Führen, durchführen, einführen und aufführen im Alltag
Führen bedeutet in vielen Zusammenhängen leiten oder den Weg zeigen; durchführen, eine Tätigkeit ausführen; einführen, etwas in Gebrauch bringen, hineinstecken oder importieren; aufführen, etwas darbieten oder auflisten. Die Verben mit Präfix sind in diesen gewöhnlichen Bedeutungen trennbar. Wähle das ganze Verb nach der Tätigkeit, statt führen in jeder Zusammensetzung gleich zu deuten.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| führen | leiten; den Weg zeigen; führen | ein Team; ein Gespräch; ein Weg | führt–führte–hat geführt |
| durchführen | ausführen; durchführen | eine Prüfung, Umfrage oder ein Verfahren | führt … durch |
| einführen | in Gebrauch bringen; hineinstecken; importieren | ein neues System; Waren | führt … ein |
| aufführen | darbieten; auflisten | ein Theaterstück; aufgeführte Kosten | führt … auf |
führen
Bedeutung und Verwendung: Führen kann das Begleiten einer Person, das Leiten eines Teams oder eine Tätigkeit wie das Führen eines Gesprächs bezeichnen. Eine Straße kann ohne Objekt zu einem Ort führen. Die Bedeutungen haben Leitung oder Richtung gemeinsam, aber ihre Konstruktionen unterscheiden sich.
Grammatik: Nicht trennbar; führt–führte–hat geführt. Jemanden führen; ein Gespräch führen; führen zu + Dativ für Ergebnis oder Ziel.
Sie führt ein kleines Team in der IT-Abteilung.
Sie leitet ein kleines Team in der IT-Abteilung.
durchführen
Bedeutung und Verwendung: Durchführen ist üblich, wenn eine geplante Tätigkeit tatsächlich ausgeführt wird: eine Umfrage, Kontrolle, ein Experiment oder eine Operation. Ein Erfolg wird dadurch nicht garantiert. Das Verb passt zu Arbeits- und Verwaltungstexten, ist aber nicht für jede Alltagstätigkeit nötig.
Grammatik: Trennbar: führt durch–führte durch–hat durchgeführt. Meist eine Tätigkeit als Akkusativobjekt. Infinitiv mit zu: durchzuführen.
Die Schule führt nächste Woche eine Umfrage durch.
Die Schule veranstaltet nächste Woche eine Umfrage.
einführen
Bedeutung und Verwendung: Einführen heißt, etwas in Gebrauch zu bringen, es hineinzustecken oder Waren zu importieren. Es kann auch eine Person mit einer Rolle, einem Fachgebiet oder einem gesellschaftlichen Umfeld vertraut machen. Beim gewöhnlichen Bekanntmachen zweier Personen verwendet man eher vorstellen.
Grammatik: Trennbar: führt ein–führte ein–hat eingeführt. Etwas einführen; jemanden in etwas einführen mit in + Akkusativ für das Fachgebiet.
Das Unternehmen führt ein neues Buchungssystem ein.
Das Unternehmen nimmt ein neues Buchungssystem in Gebrauch.
aufführen
Bedeutung und Verwendung: Aufführen bezeichnet das Darbieten eines Theaterstücks oder musikalischen Werks vor Publikum sowie das Auflisten in einem Dokument. Sich aufführen beschreibt ein Verhalten, häufig kritisch. Der reflexive Gebrauch ist eine eigene Konstruktion.
Grammatik: Trennbar: führt auf–führte auf–hat aufgeführt. Ein Stück oder Kosten aufführen; sich aufführen hat ein Reflexivpronomen im Akkusativ.
Der Bericht führt alle zusätzlichen Kosten auf.
Der Bericht listet alle zusätzlichen Kosten auf.
Überschneidungen und Kontext
Eine Untersuchung durchführen heißt, eine Untersuchung ausführen; dieselbe Tätigkeit nennt man normalerweise nicht aufführen. Ihre Kosten kann man dagegen aufführen. Einführen kann ein neues Verfahren vor seiner ersten Durchführung bezeichnen; die Verben bilden aber nicht in jedem Kontext eine vorgeschriebene zeitliche Abfolge.
Häufige Fehler
- Für ein Theaterstück ist aufführen das übliche Grundmuster, nicht durchführen.
- Nicht im Hauptsatz: Ich einführe das System. Richtig: Ich führe das System ein.
- Aufführen ist nicht auf die Bühne beschränkt; Auflisten ist eine weitere Alltagsbedeutung.
Merkhilfe: Leiten: führen. Eine Aufgabe ausführen: durchführen. In Gebrauch bringen: einführen. Darbieten oder auflisten: aufführen.
Probiere es aus
Ein Bericht listet drei Gründe auf. Ergänze: Der Bericht ___ drei Gründe ___.
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führt … auf
Aufführen bedeutet hier, die Gründe aufzulisten.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Brechen, abbrechen, unterbrechen oder zerbrechen?
Brechen ist das allgemeine Verb für wörtlichen oder übertragenen Bruch. Abbrechen heißt einen Teil abbrechen oder einen Vorgang vor seinem Abschluss beenden. Unterbrechen stört den Fortgang einer Tätigkeit, eines Gesprächs oder einer Verbindung. Zerbrechen betont den Bruch oder das beschädigte Ergebnis. Bei Tätigkeiten ist abbrechen meist ein Abbruch des Vorhabens, unterbrechen eine Unterbrechung seines Ablaufs.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| brechen | kaputtgehen oder kaputtmachen; Regeln verletzen | Gegenstände und übertragene Verstöße | stark: brach, gebrochen; Hilfsverb nach Bedeutung |
| abbrechen | einen Teil abtrennen; vorzeitig beenden | Teile, Ausbildung, Versuche, Veranstaltungen | trennbar: brach ab, abgebrochen; haben oder sein |
| unterbrechen | den Fortgang stören; pausieren | Rede, Arbeit, Verbindungen | nicht trennbar: unterbrach, hat unterbrochen |
| zerbrechen | in beschädigten Zustand geraten oder bringen | zerbrechliche Dinge; Beziehungen | nicht trennbar: zerbrach, zerbrochen; haben oder sein |
brechen
Bedeutung und Verwendung: Brechen kann den verursachten Bruch oder das Brechen des Gegenstands selbst bezeichnen. Es steht auch bei Regeln und Versprechen. Ein Objekt zeigt den Unterschied zwischen einen Ast brechen und einem Ast, der bricht.
Grammatik: Stark, nicht trennbar: bricht, brach, gebrochen. Verursachen: Akkusativobjekt und haben. Eigenständige Zustandsänderung: Der Ast ist gebrochen. Weitere Bedeutungen haben andere Satzmuster.
Der dünne Ast bricht unter der Last.
Der dünne Ast hält das Gewicht nicht aus und bricht.
abbrechen
Bedeutung und Verwendung: Abbrechen bezeichnet das Abtrennen eines Teils oder das vorzeitige Beenden eines Vorgangs. Es muss nichts körperlich brechen. Einen Versuch abzubrechen ist etwas anderes, als ihn nur zu pausieren, auch wenn später ein anderer beginnt.
Grammatik: Stark, trennbar: bricht ab, brach ab, abgebrochen. Eine Tätigkeit als Akkusativobjekt: haben. Ein selbst abbrechender Teil oder eine abbrechende Verbindung: häufig sein.
Wegen des Gewitters haben wir die Wanderung abgebrochen.
Wegen des Gewitters haben wir die Wanderung vorzeitig beendet.
unterbrechen
Bedeutung und Verwendung: Unterbrechen bezeichnet eine Störung des Ablaufs oder der Rede einer anderen Person. Die Pause kann geplant oder überraschend sein. Eine tatsächliche Wiederaufnahme ist damit nicht garantiert.
Grammatik: Stark, nicht trennbar: unterbricht, unterbrach, hat unterbrochen. Person oder Tätigkeit im Akkusativ. Nicht ich breche unter, sondern ich unterbreche.
Entschuldigung, darf ich dich kurz unterbrechen?
Darf ich deine Rede bitte für einen Moment unterbrechen?
zerbrechen
Bedeutung und Verwendung: Zerbrechen betont den Verlust der Unversehrtheit, durch Zufall oder Absicht. Auch Freundschaften oder Bündnisse können zerbrechen. Es müssen nicht viele winzige Splitter entstehen.
Grammatik: Stark, nicht trennbar: zerbricht, zerbrach, zerbrochen. Ursache mit Akkusativobjekt: Ich habe die Tasse zerbrochen. Zustandsänderung: Die Tasse ist zerbrochen.
Beim Umzug ist die blaue Schale zerbrochen.
Die blaue Schale ging beim Umzug kaputt.
Überschneidungen und Kontext
Brechen und zerbrechen überlappen bei körperlichen Brüchen; zerbrechen betont oft das Auseinanderbrechen oder Ergebnis. Abbrechen beendet das laufende Vorhaben, unterbrechen stört seinen Fortgang. Ob später weitergemacht wird, ergibt sich aus dem Kontext.
Häufige Fehler
- Eine endgültige Absage ist nicht automatisch eine Unterbrechung.
- Das Partizip unterbrochen hat kein ge-.
- Die Schale ist zerbrochen; die verursachende Person hat sie zerbrochen.
Merkhilfe: Ab: beenden oder abtrennen. Unter: unterbrechen. Zer: beschädigtes Ergebnis.
Probiere es aus
Eine Besprechung wird für zehn Minuten pausiert und soll weitergehen. Abbrechen oder unterbrechen?
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unterbrechen
Der Fortgang wird pausiert, die Besprechung nicht aufgegeben.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
teilen, verteilen, einteilen und mitteilen: Bedeutung, Grammatik und Beispiele
Teilen bedeutet aufteilen oder gemeinsam nutzen. Verteilen bringt etwas zu mehreren Personen oder Orten. Einteilen ordnet Teile, Gruppen, Zeit oder Aufgaben. Mitteilen übermittelt Informationen. Ein Kuchen kann geteilt oder verteilt, Arbeitszeit eingeteilt und ein neuer Termin mitgeteilt werden. Lerne stets die Sache und den Empfänger mit: Die Konstruktionen unterscheiden sich.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| teilen | aufteilen; gemeinsam haben | Teile oder gemeinsame Nutzung | Schwach: teilt, teilte, hat geteilt; kein trennbares Präfix. Etwas im Akkusativ; mit jemandem mit Dativ; in Teile teilen mit in und Akkusativ. |
| verteilen | an mehrere Stellen ausgeben | Empfänger und Verteilungsorte | Untrennbares ver-; schwach: verteilt, verteilte, hat verteilt. Sache im Akkusativ; an mit Akkusativ nennt Empfänger, auf mit Akkusativ die Aufteilung auf Gruppen. |
| einteilen | ordnen; zuweisen | Gruppen, Zeit und Vorräte | Trennbares ein-: teilt ein, hat eingeteilt. Sache/Person im Akkusativ; in Gruppen mit Akkusativ. Zum Dienst kann die zugewiesene Aufgabe nennen. |
| mitteilen | informieren | Information für einen Empfänger | Trennbares mit-: teilt mit, hat mitgeteilt. Jemandem etwas mitteilen: Empfänger Dativ, Inhalt Akkusativ. Auch jemandem mitteilen, dass … ist möglich. |
teilen
Bedeutung und Verwendung: Teilen kann ein Ganzes zerlegen oder ein Zimmer, Essen oder eine Meinung gemeinsam haben. Auch digitales Teilen ist üblich. Gleiche Teile sind nicht automatisch gemeint; das muss der Kontext zeigen.
Grammatik: Schwach: teilt, teilte, hat geteilt; kein trennbares Präfix. Etwas im Akkusativ; mit jemandem mit Dativ; in Teile teilen mit in und Akkusativ.
Ich teile die Pizza mit meiner Schwester.
Meine Schwester und ich essen gemeinsam von der Pizza.
verteilen
Bedeutung und Verwendung: Verteilen betont mehrere Empfänger oder Orte. Man verteilt Blätter, Geld, Aufgaben oder eine Substanz auf einer Fläche. Für Gleichheit oder Fairness muss man bei Bedarf gleichmäßig oder gerecht ergänzen.
Grammatik: Untrennbares ver-; schwach: verteilt, verteilte, hat verteilt. Sache im Akkusativ; an mit Akkusativ nennt Empfänger, auf mit Akkusativ die Aufteilung auf Gruppen.
Die Lehrerin verteilt die Blätter an die Klasse.
Die Lehrerin gibt die Blätter an die Schülerinnen und Schüler aus.
einteilen
Bedeutung und Verwendung: Einteilen betont Organisation und Ressourcennutzung: Zeit planen, Personen Gruppen zuordnen oder einen Dienst zuweisen. Es geht nicht vorrangig um das Weiterreichen eines Gegenstands.
Grammatik: Trennbares ein-: teilt ein, hat eingeteilt. Sache/Person im Akkusativ; in Gruppen mit Akkusativ. Zum Dienst kann die zugewiesene Aufgabe nennen.
Wir teilen die Teilnehmenden in drei Gruppen ein.
Wir ordnen die Teilnehmenden drei Gruppen zu.
mitteilen
Bedeutung und Verwendung: Mitteilen informiert jemanden über etwas. Es passt zu offiziellen Nachrichten, ist aber nicht darauf beschränkt. Der Inhalt kann ein Nomen oder ein Satz sein. Sich mitteilen bedeutet auch sich ausdrücken oder anvertrauen.
Grammatik: Trennbares mit-: teilt mit, hat mitgeteilt. Jemandem etwas mitteilen: Empfänger Dativ, Inhalt Akkusativ. Auch jemandem mitteilen, dass … ist möglich.
Bitte teilen Sie mir Ihre neue Adresse mit.
Bitte nennen Sie mir Ihre neue Adresse.
Überschneidungen und Kontext
Informationen kann man mit jemandem teilen oder jemandem mitteilen, je nach Schwerpunkt. Die Wörter lassen sich nicht ohne Anpassung der Konstruktion austauschen. Verteilen und einteilen passen beide zu Aufgaben: Das erste betont Zuteilung, das zweite Organisation oder Einsatzplanung.
Häufige Fehler
- Mit in mit jemandem teilen ist eine Präposition; mit- in mitteilen ist ein trennbares Präfix.
- Der Empfänger steht im Dativ: Teilen Sie mir den Termin mit, nicht mich.
Merkhilfe: Teilen: Kuchen. Verteilen: Blätter. Einteilen: Zeitplan. Mitteilen: Nachricht.
Probiere es aus
Du bist der Empfänger der Information. Ergänze die passende Form von ich: Kannst du ___ den neuen Termin mitteilen?
Antwort anzeigen
mir
Die Konstruktion ist jemandem etwas mitteilen, mit einem Dativempfänger.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Verstehen, bestehen, entstehen und gestehen: ähnliche Formen, andere Handlungen
Verstehen heißt begreifen; bestehen kann existieren, eine Prüfung schaffen, aus etwas zusammengesetzt sein oder auf etwas beharren bedeuten; entstehen heißt sich bilden; gestehen bedeutet zugeben. In den hier behandelten Bedeutungen ist keines der Verben trennbar. Gemeinsame Buchstaben bedeuten weder gleiche Grammatik noch gleiche Hilfsverben.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| verstehen | begreifen; verstehen | Wörter, Erklärungen oder Personen | verstand; hat verstanden |
| bestehen | existieren; schaffen; zusammengesetzt sein; beharren | Prüfungen; Bestandteile; Forderungen | bestand; hat bestanden |
| entstehen | sich bilden; hervorgehen | ein Problem oder eine neue Situation | entstand; ist entstanden |
| gestehen | zugeben; bekennen | ein Fehler oder Fehlverhalten | gestand; hat gestanden |
verstehen
Bedeutung und Verwendung: Verstehen kann verständlich gehörte Sprache, das Begreifen einer Erklärung oder das Nachvollziehen von Gefühlen betreffen. Sich verstehen bezeichnet auch ein gutes Verhältnis zu einer Person. Lernende können also einzelne Wörter verstehen, ohne den vollständigen Sinn zu begreifen.
Grammatik: Untrennbares ver-; versteht–verstand–hat verstanden. Jemanden/etwas verstehen mit Akkusativ. Sich mit jemandem verstehen mit Akkusativreflexivpronomen und mit + Dativ.
Ich verstehe die Wörter, aber ich verstehe die Frage noch nicht.
Ich kenne die Bedeutung der Wörter, begreife aber die Frage noch nicht.
bestehen
Bedeutung und Verwendung: Bestehen hat mehrere praktische Bedeutungen. Eine Prüfung bestehen heißt sie schaffen; aus etwas bestehen nennt Bestandteile; auf etwas bestehen bedeutet darauf beharren. Allein kann bestehen existieren oder fortbestehen bedeuten. Lerne jeweils die vollständige Konstruktion.
Grammatik: Untrennbares be-; besteht–bestand–hat bestanden. Prüfung als Akkusativobjekt; aus + Dativ für Bestandteile; auf normalerweise mit Dativ beim Beharren. In + Dativ kann den Inhalt einer Tätigkeit nennen.
Die Prüfung besteht aus drei Teilen, und ich habe alle drei bestanden.
Die Prüfung hat drei Teile, und ich habe jeden davon geschafft.
entstehen
Bedeutung und Verwendung: Entstehen bezeichnet etwas, das zu existieren beginnt oder aus einer Situation hervorgeht. Das können Gebäude, Ideen, Missverständnisse oder Kosten sein. Es ist kein transitives Verb für das Erschaffen eines Objekts: Was entsteht, ist das Subjekt.
Grammatik: Untrennbares ent-; entsteht–entstand–ist entstanden. In dieser Bedeutung kein direktes Akkusativobjekt; aus + Dativ kann die Herkunft nennen.
Durch die Verspätung sind zusätzliche Kosten entstanden.
Die Verspätung führte zu zusätzlichen Kosten.
gestehen
Bedeutung und Verwendung: Gestehen heißt etwas zugeben, oft etwas Unangenehmes oder Falsches. Es passt zu einem rechtlichen Geständnis, aber auch zu alltäglichem Zugeben. Der Zuhörer kann im Dativ, der Inhalt in einem dass-Satz genannt werden.
Grammatik: Untrennbares ge-; gesteht–gestand–hat gestanden. Etwas gestehen; jemandem etwas gestehen; gestehen, dass ….
Ich muss dir gestehen, dass ich den Termin vergessen habe.
Ich muss dir eingestehen, dass ich den Termin vergessen habe.
Überschneidungen und Kontext
Ein Problem besteht bezeichnet seine Existenz; ein Problem entsteht sein Entstehen. Ich habe verstanden heißt, dass ich etwas begriffen habe; ich habe gestanden kann ein Geständnis bezeichnen, doch gestanden ist auch das Partizip von stehen. Der Kontext zeigt das gemeinte Verb. Leite Formen nicht allein mechanisch von einer Buchstabenfolge ab.
Häufige Fehler
- Nicht Ich entstehe ein Problem für das Verursachen verwenden. Bei entstehen ist das Problem das Subjekt.
- Bestehen aus bezeichnet nicht das Beharren; diese Bedeutung verwendet auf.
- Verstehen und gestehen haben unterschiedliche Partizipien: verstanden und gestanden.
Merkhilfe: Begreifen; bestehen oder existieren; sich bilden; zugeben. Verbinde jede Bedeutung mit ihrem eigenen Satzmuster.
Probiere es aus
Ergänze: Der Kurs besteht ___ zehn Modulen.
Antwort anzeigen
aus
Für Bestandteile verwendet man aus + Dativ.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Handeln, behandeln und verhandeln: tätig werden, behandeln oder aushandeln?
Handeln kann tätig werden, Handel treiben oder ein Thema haben bedeuten; behandeln, mit jemandem umgehen oder ein Thema bearbeiten; verhandeln, eine Einigung suchen oder einen Fall vor Gericht behandeln. Das Präfix verändert Bedeutung und Konstruktion. Zur Identifikation einer Sache verwendet man die vollständige Wendung es handelt sich um.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| handeln | tätig werden; Handel treiben; ein Thema haben | Handlungen; Handel; eine Geschichte | von + Dativ; es handelt sich um + Akkusativ |
| behandeln | mit jemandem umgehen; bearbeiten; besprechen | Menschen; Krankheiten; ein Thema | direktes Akkusativobjekt |
| verhandeln | eine Einigung suchen; gerichtlich verhandeln | Bedingungen; Preise; ein Gerichtsfall | mit + Dativ; über + Akkusativ |
handeln
Bedeutung und Verwendung: Handeln bezeichnet Tätigwerden oder Handel. Handelt ein Buch von etwas, ist das sein Thema. Es handelt sich um identifiziert eine Sache oder Situation, etwa im Sinne von „es ist“ oder „wir haben es zu tun mit“. Das Reflexivpronomen gehört zur festen Wendung.
Grammatik: Nicht trennbar; handelt–handelte–hat gehandelt. Handeln ohne Objekt für Tätigwerden; mit + Dativ für Waren im Handel; von + Dativ für ein Thema. Es handelt sich um + Akkusativ ist unpersönlich und reflexiv.
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behandeln
Bedeutung und Verwendung: Behandeln bedeutet, mit einer Person auf bestimmte Weise umzugehen, medizinische Hilfe zu geben oder ein Thema zu bearbeiten. Ein Artikel kann ein Thema behandeln, ein Arzt einen Patienten. Die Art der Behandlung ändert das Grundmuster nicht.
Grammatik: Untrennbares be-; behandelt–behandelte–hat behandelt. Person, Krankheit, Thema oder Angelegenheit typischerweise als direktes Akkusativobjekt. Mit + Dativ kann Methode oder Mittel nennen.
Der nächste Abschnitt behandelt die wichtigsten Vertragsbedingungen.
Der nächste Abschnitt bespricht die wichtigsten Vertragsbedingungen.
verhandeln
Bedeutung und Verwendung: Verhandeln bezeichnet meistens Gespräche, die auf Klärung oder Einigung zielen. Es kann um Preise, Arbeitsbedingungen oder Streitigkeiten gehen. In juristischen Texten bedeutet es auch, einen Fall gerichtlich zu behandeln. Das Verb nennt einen Prozess, garantiert aber keine Einigung.
Grammatik: Untrennbares ver-; verhandelt–verhandelte–hat verhandelt. Mit jemandem über etwas verhandeln; mit + Dativ, über + Akkusativ. Auch ein direktes Objekt ist möglich, besonders für eine Angelegenheit oder einen Gerichtsfall.
Wir verhandeln mit dem Anbieter über den Preis.
Wir besprechen mit dem Anbieter, welchen Preis wir vereinbaren können.
Überschneidungen und Kontext
Das Buch handelt von Migration und das Buch behandelt Migration können dasselbe Thema beschreiben. Handelt von nennt den Gegenstand; behandelt betont dessen Bearbeitung. Auf einem Markt kann handeln Feilschen bedeuten und sich mit verhandeln überschneiden. Lerne die ganze Konstruktion statt drei vermeintlich überschneidungsfreier Übersetzungen.
Häufige Fehler
- Als Grundmuster nicht: Der Artikel handelt das Thema. Verwende handelt von dem Thema oder behandelt das Thema.
- Nicht: Es handelt um …. Die identifizierende Wendung verlangt sich.
- Über den Preis verhandeln verwendet Akkusativ, obwohl das Gespräch keine körperliche Bewegung bezeichnet.
Merkhilfe: Tätig werden: handeln. Eine Person oder ein Thema behandeln: behandeln. Bedingungen zur Einigung besprechen: verhandeln.
Probiere es aus
Ergänze: Es handelt ___ um eine neue Regel.
Antwort anzeigen
sich
Sich gehört zur festen unpersönlichen Wendung für die Identifikation.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Fordern, auffordern, anfordern oder erfordern?
Fordern bedeutet etwas verlangen oder jemanden beanspruchen. Auffordern richtet eine Bitte oder Anweisung zum Handeln an eine Person. Anfordern verlangt die Bereitstellung von etwas, etwa Unterlagen oder Hilfe. Erfordern beschreibt, was eine Sache nötig macht. Frage zuerst: Verlangt eine Person etwas, oder macht eine Aufgabe etwas notwendig?
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| fordern | verlangen; herausfordern | Ansprüche und anspruchsvolle Arbeit | regelmäßig: hat gefordert; Akkusativ |
| auffordern | jemanden zu einer Handlung bewegen | Anweisungen, Bitten, Einladungen | trennbar; Person im Akkusativ; hat aufgefordert |
| anfordern | um Bereitstellung bitten | Unterlagen, Informationen, Unterstützung | trennbar; Sache im Akkusativ; hat angefordert |
| erfordern | notwendig machen | Zeit, Ressourcen, Voraussetzungen | nicht trennbar; Akkusativ; hat erfordert |
fordern
Bedeutung und Verwendung: Fordern bezeichnet eher einen Anspruch als eine neutrale Auskunftsfrage. Eine Aufgabe kann außerdem eine Person fordern, also ihre Fähigkeiten beanspruchen. Der Kontext zeigt, ob eine Forderung oder Herausforderung gemeint ist.
Grammatik: Regelmäßig, nicht trennbar: fordert, forderte, hat gefordert. Forderung im Akkusativ; von + Dativ nennt die zuständige Person. Bei beanspruchender Arbeit kann die Person Akkusativobjekt sein.
Die Kundin fordert eine schriftliche Erklärung.
Die Kundin verlangt eine Erklärung in schriftlicher Form.
auffordern
Bedeutung und Verwendung: Auffordern richtet sich an handelnde Personen. Es kann bestimmt sein, aber auch eine Bitte oder Einladung bezeichnen. Ob es ein strenger Befehl ist, hängt von Ton und Kontext ab.
Grammatik: Regelmäßig, trennbar: fordert auf, forderte auf, hat aufgefordert. Jemanden auffordern, etwas zu tun; alternativ jemanden zu + Dativ auffordern, mit einem Handlungsnomen.
Die Lehrerin fordert uns auf, die Beispiele zu vergleichen.
Die Lehrerin bittet uns, die Beispiele miteinander zu vergleichen.
anfordern
Bedeutung und Verwendung: Anfordern verlangt, dass ein Gegenstand oder eine Ressource bereitgestellt wird. Es passt zu beruflichen und administrativen Anfragen, auch nach Personal. Anspruch oder tatsächliche Lieferung werden damit nicht garantiert.
Grammatik: Regelmäßig, trennbar: fordert an, forderte an, hat angefordert. Gewünschte Sache im Akkusativ. Bei + Dativ nennt die Stelle, von der sie angefordert wird.
Ich fordere beim Kundenservice eine Kopie der Rechnung an.
Ich bitte den Kundenservice um eine Rechnungskopie.
erfordern
Bedeutung und Verwendung: Bei erfordern ist meist die Aufgabe oder Situation das Subjekt. Ein Projekt erfordert Geld, eine Reparatur Geduld. Dafür muss keine Person eine Anweisung geben: Die Aufgabe selbst macht es notwendig.
Grammatik: Regelmäßig, nicht trennbar: erfordert, erforderte, hat erfordert. Erforderliche Ressource im Akkusativ; ein dass-Satz kann die nötige Handlung nennen. Er- bleibt am Verb.
Die Reparatur erfordert besondere Werkzeuge.
Für die Reparatur sind besondere Werkzeuge notwendig.
Überschneidungen und Kontext
Fordern und anfordern können beide Bitten betreffen; anfordern bezieht sich genauer auf die Bereitstellung. Auffordern richtet sich an eine Person, erfordern an die sachliche Notwendigkeit. Die Unterschiede betreffen Perspektive und Satzbau, nicht bloß unterschiedliche Höflichkeitsgrade.
Häufige Fehler
- Bei auffordern steht die Person im Akkusativ, nicht Dativ.
- Nur auf- und an- werden hier getrennt.
- Wenn Werkzeuge Voraussetzung einer Aufgabe sind, drückt erfordert das klar aus.
Merkhilfe: Ergebnis fordern; Person auffordern; Ressource anfordern; Voraussetzung erfordern.
Probiere es aus
Ergänze: Das Ausfüllen des Formulars ___ nur wenige Minuten.
Antwort anzeigen
erfordert
Die Aufgabe selbst macht einen kleinen Zeitaufwand notwendig.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Kündigen, ankündigen und verkünden: Ende oder Nachricht?
Kündigen betrifft normalerweise das Beenden eines Arbeits-, Miet- oder anderen Vertragsverhältnisses. Ankündigen heißt etwas bekannt machen, häufig im Voraus. Verkünden bezeichnet eine öffentliche Mitteilung, oft formell oder nachdrücklich. Für gewöhnliche Nachrichten allein passt kündigen meist nicht.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| kündigen | ein Vertragsverhältnis beenden | Arbeit, Miete und Abos | Vertrag im Akkusativ; Person im Dativ. |
| ankündigen | vorab bekannt machen | Besuche, Änderungen und Ereignisse | Trennbar: kündigt an. |
| verkünden | öffentlich erklären | Ergebnisse und Entscheidungen | Untrennbar: verkündet. |
kündigen
Bedeutung und Verwendung: Kündigen teilt die Absicht mit, ein Vertragsverhältnis zu beenden. Du kannst ein Abo kündigen oder ohne Objekt von der Kündigung deiner Stelle sprechen. Gibt der Arbeitgeber einer Person die Kündigung, steht diese häufig im Dativ. Das Verb nennt die sprachliche Handlung; es legt weder rechtliche Wirksamkeit noch Fristen fest.
Grammatik: Regelmäßig, untrennbar: kündigt, kündigte, hat gekündigt. Einen Vertrag kündigen: Akkusativ; jemandem kündigen: Dativ. Ohne Objekt kann es eine eigene Kündigung bezeichnen.
Ich kündige mein Fitnessstudio-Abonnement zum Monatsende.
Englische Übersetzung: I am canceling my gym subscription at the end of the month.
Die Mitarbeiterin hat gestern gekündigt.
Englische Übersetzung: The employee resigned yesterday.
ankündigen
Bedeutung und Verwendung: Ankündigen macht etwas vor seinem Eintreten bekannt. Ein Unternehmen kündigt neue Zeiten, ein Gast seinen Besuch an. Reflexiv kann etwas sein Herannahen zeigen, etwa ein Sturm. Es muss keine feierliche öffentliche Erklärung sein: Auch eine Nachricht an eine Kollegin ist eine Ankündigung.
Grammatik: Regelmäßig, trennbar: kündigt an, kündigte an, hat angekündigt. Akkusativobjekt oder dass-Satz; jemandem etwas ankündigen ergänzt einen Empfänger im Dativ.
Die Schule kündigt für nächste Woche einen Elternabend an.
Englische Übersetzung: The school announces a parents’ evening for next week.
verkünden
Bedeutung und Verwendung: Verkünden passt zur Bekanntgabe von Ergebnissen oder Entscheidungen vor einem Publikum. Es wirkt oft formell, feierlich oder nachdrücklich, aber nicht immer. Allgemeinere Bekanntgaben oder Vorhersagen sind ebenfalls möglich. Veröffentlichungsrahmen und Ton unterscheiden es häufig von einer persönlichen Ankündigung.
Grammatik: Regelmäßig, untrennbar: verkündet, verkündete, hat verkündet. Akkusativobjekt oder Satz mit dem Inhalt der Mitteilung.
Die Vorsitzende verkündet das Ergebnis der Abstimmung.
Englische Übersetzung: The chair announces the result of the vote.
Überschneidungen und Kontext
Ankündigen und verkünden können sich bei öffentlichen Aussagen über zukünftige Ereignisse überschneiden. Häufig unterscheiden sich Rahmen und Ton. Kündigen hat einen anderen zentralen Gebrauch. Eine Kündigung kann selbst angekündigt oder öffentlich bekannt gegeben werden.
Häufige Fehler
- Ein Besuch wird angekündigt: Ich kündige meinen Besuch an. Ich kündige meinen Besuch würde normalerweise nicht nur eine Besuchsmitteilung meinen.
- An- trennt sich; ver- bleibt verbunden: kündigt an, aber verkündet.
- Jemandem kündigen hat ein anderes Objektmuster als einen Vertrag kündigen.
Merkhilfe: Kündigen beendet ein Verhältnis; ankündigen nennt Kommendes; verkünden teilt anderen eine Nachricht mit.
Probiere es aus
Ergänze: Das Unternehmen kündigt neue Öffnungszeiten ___.
Antwort anzeigen
an
Neue Öffnungszeiten werden angekündigt. Ankündigen ist trennbar; ohne an würde kündigen eine Beendigung nahelegen.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Folgen, verfolgen, befolgen und erfolgen: Bedeutung und Kasus
Folgen heißt häufig, einer Person oder einem Gedankengang zu folgen, und verlangt den Dativ. Verfolgen verlangt den Akkusativ und kann Verfolgung, Beobachtung oder genaues Mitverfolgen einer Entwicklung bezeichnen. Befolgen bedeutet, nach einem Rat, einer Regel oder Anweisung zu handeln, ebenfalls mit Akkusativ. Erfolgen heißt stattfinden, oft in formellen Texten. Präfixe ändern somit Kasus, Bedeutung und mitunter das Perfekthilfsverb.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| folgen | hinterhergehen; einem Gedanken folgen | Person, Argument oder Abfolge | Dativ; hier gewöhnlich ist gefolgt |
| verfolgen | nachgehen; beobachten | Ziel, Person oder Entwicklung | Akkusativ; hat verfolgt |
| befolgen | nach etwas handeln | Rat, Anweisung oder Regel | Akkusativ; hat befolgt |
| erfolgen | stattfinden; geschehen | Zahlung oder Lieferung | Kein direktes Objekt; ist erfolgt |
folgen
Bedeutung und Verwendung: Folgen steht beim Hinterhergehen, Verstehen einer Erklärung oder Handeln nach einem Rat. Es bezeichnet außerdem eine Abfolge: Auf einen Vortrag kann eine Diskussion folgen. Die Person, das Argument oder der Rat steht dabei häufig im Dativ.
Grammatik: Schwaches Verb: folgte. Die hier behandelten Bedeutungen des Folgens und der Abfolge bilden das Perfekt mit sein: ist gefolgt. Eine gesonderte Bedeutung des Gehorchens kann haben verwenden; lege deshalb nicht für alle Bedeutungen ein einziges Hilfsverb fest. Auf mit Akkusativ kann nennen, worauf ein Ereignis folgt.
Bitte folgen Sie der Mitarbeiterin zum Ausgang.
Bitte gehen Sie der Mitarbeiterin hinterher bis zum Ausgang.
Ich kann deinem Argument folgen.
Ich verstehe den Gedankengang deines Arguments.
verfolgen
Bedeutung und Verwendung: Verfolgen bezeichnet das Nachgehen einer Person oder eines Ziels sowie das aufmerksame Beobachten eines Verlaufs. Eine Lieferung oder eine Diskussion im Internet zu verfolgen bedeutet nicht unbedingt, eine Person zu jagen. Der Kontext entscheidet, ob Verfolgung, Beobachtung oder eine weitere belegte Bedeutung gemeint ist.
Grammatik: Untrennbares ver-: verfolgte, hat verfolgt. Die verfolgte oder beobachtete Sache steht im Akkusativ. Übertrage den Dativ von folgen nicht auf dieses Verb mit Präfix.
Wir verfolgen die Entwicklung des Projekts.
Wir beobachten aufmerksam, wie sich das Projekt entwickelt.
befolgen
Bedeutung und Verwendung: Befolgen heißt, tatsächlich nach einer Regel oder Empfehlung zu handeln. Eine Anweisung zu lesen ist noch nicht dasselbe wie sie zu befolgen. Im Mittelpunkt steht das Einhalten, nicht das körperliche Hinterhergehen.
Grammatik: Untrennbares be-: befolgte, hat befolgt. Rat oder Anweisung stehen im Akkusativ: den Rat, die Vorschriften. Füge kein ge- ins Partizip ein.
Alle Gäste müssen die Sicherheitsregeln befolgen.
Alle Gäste müssen sich an die Sicherheitsregeln halten.
erfolgen
Bedeutung und Verwendung: Erfolgen beschreibt, dass ein Ereignis stattfindet oder ein Vorgang ausgeführt wird, besonders in Verwaltungstexten. Die Zahlung erfolgt morgen sagt, wann die Zahlung stattfindet. Es bedeutet nicht gelingen, nur weil Erfolg ein positives Ergebnis bezeichnet.
Grammatik: Untrennbares er-: erfolgte, ist erfolgt. Das Ereignis ist das Subjekt; ein gewöhnliches direktes Akkusativobjekt gibt es nicht. Das Hilfsverb sein ist wichtig, obwohl keine körperliche Bewegung vorliegt.
Die Lieferung erfolgt am Freitag.
Geliefert wird am Freitag.
Überschneidungen und Kontext
Einem Rat folgen und einen Rat befolgen können dieselbe Befolgung beschreiben; mit dem Verb ändert sich der Kasus. Einem Gespräch folgen betont das Verstehen, ein Gespräch verfolgen kann die Aufmerksamkeit für seinen Verlauf betonen. Verwende verfolgen nicht gedankenlos für neutrales Begleiten, da es nach Verfolgung klingen kann. Erfolgen hilft beim Lesen formeller Mitteilungen; im Gespräch ist eine einfachere aktive Formulierung oft klarer.
Häufige Fehler
- Sage Ich folge dir, aber Ich verfolge dich. Auch die Bedeutung verändert sich.
- Unterscheide ist erfolgt und hat befolgt.
- Setze erfolgen nicht mit Erfolg haben gleich; lerne die Bedeutung stattfinden.
Merkhilfe: Einer Person im Dativ folgen, ein Ziel im Akkusativ verfolgen, eine Regel im Akkusativ befolgen; ein Ereignis erfolgt als Subjekt. Lerne jedes Präfix mit der vollständigen Konstruktion.
Probiere es aus
Ergänze mit befolgen und dem richtigen Artikel: Bitte ___ ___ Rat der Trainerin.
Antwort anzeigen
befolge den
Befolgen verlangt den Rat als Akkusativobjekt: den Rat. Mit folgen hieße es Bitte folge dem Rat der Trainerin.
