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Bitten oder bieten, drücken oder drucken: ähnlich klingende Verben

Lerne Bedeutungsunterschiede zwischen leicht verwechselbaren deutschen Verben. Mit Verbformen, Objektmustern und Beispielen.

Alle deutschen Wortvergleiche

Bitten, bieten und beten: Bedeutung, Kasus und Vergangenheitsformen

Bitten heißt, jemanden um etwas zu ersuchen; bieten heißt, etwas anzubieten oder bereitzustellen; beten heißt, ein Gebet zu sprechen. Die Wörter klingen ähnlich, doch Satzmuster und Vergangenheitsformen machen den Unterschied deutlich: jemanden um Hilfe bitten, jemandem Hilfe bieten und für jemanden beten. Achte auf den Vokal und die umgebenden Wörter.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
bittenersuchen; eine Bitte äußernEin Gefallen, Hilfe oder Erlaubnisbat; hat gebeten
bietenanbieten; bereitstellenMöglichkeit, Unterstützung oder Gebotbot; hat geboten
betenein Gebet sprechenReligiöses Gebet oder Anliegenbetete; hat gebetet

bitten

Bedeutung und Verwendung: Bitten drückt eine Bitte aus. Es ist genauer als eine Frage zu stellen: Fragen zielt auf Informationen, bitten darauf, dass jemand etwas gibt oder tut. Bitten kann auch eine höfliche Einladung oder Anweisung einleiten.

Grammatik: Starkes Verb: bittet, bat, hat gebeten. Die angesprochene Person steht im Akkusativ: jemanden bitten. Um mit Akkusativ nennt das Anliegen. Ein zu-Infinitiv kann die erbetene Handlung angeben.

Ich bitte die Kollegin um Hilfe.

Ich ersuche die Kollegin, mir zu helfen.

Er bat mich, die Tür zu schließen.

Er wollte, dass ich die Tür zumache, und bat mich darum.

bieten

Bedeutung und Verwendung: Bieten passt, wenn jemand etwas bereitstellt oder eine Möglichkeit eröffnet. Ein Kurs kann Übung bieten, eine Person Unterstützung. Bei einer Auktion bedeutet bieten außerdem, ein Gebot abzugeben; das ist eine andere Situation als eine Bitte um Hilfe.

Grammatik: Starkes Verb: bietet, bot, hat geboten. Ein häufiges Muster lautet jemandem etwas bieten: empfangende Person im Dativ, angebotene Sache im Akkusativ. Auf mit Akkusativ kann einen Auktionsgegenstand nennen.

Der Kurs bietet den Teilnehmenden viel Übung.

Im Kurs haben die Teilnehmenden viele Möglichkeiten zu üben.

Sie bot hundert Euro für das Fahrrad.

Für das Fahrrad machte sie ein Angebot von hundert Euro.

beten

Bedeutung und Verwendung: Beten bezeichnet ein Gebet, leise oder laut. Es kann das Beten für eine andere Person, ein Anliegen im Gebet oder das Sprechen eines bestimmten Gebets bezeichnen. Für eine alltägliche Bitte an eine Kollegin ist es nicht das übliche Verb.

Grammatik: Schwaches Verb: betet, betete, hat gebetet. Für und um verlangen den Akkusativ; zu verlangt beim Adressaten des Gebets den Dativ. Ein benanntes Gebet kann als Akkusativobjekt stehen.

Die Gemeinde betet für den Frieden.

Die Gemeinde spricht Gebete für Frieden.

Sie hat am Abend gebetet.

Am Abend hat sie ein Gebet gesprochen.

Überschneidungen und Kontext

Ein Gebet kann eine Bitte enthalten. In religiösem Kontext können bitten und beten deshalb verwandte Handlungen bezeichnen. Ihre gewöhnlichen Funktionen bleiben unterschiedlich: Bitten beschreibt das Ersuchen, beten rahmt die Handlung als Gebet. Bieten kehrt die Richtung des Austauschs um: Das Subjekt macht ein Angebot. In Nachrichten sind besonders die Partizipien gebeten und geboten nützliche Hinweise.

Häufige Fehler

  • Das gewöhnliche Partizip von bieten lautet geboten, nicht gebietet.
  • Bei bitten steht die gebetene Person im Akkusativ, bei bieten die empfangende Person im Dativ.
  • Schreibe für eine gewöhnliche Bitte nicht Ich bete dich um Hilfe.

Merkhilfe: Wer etwas erbittet, bittet; wer etwas anbietet, bietet; wer ein Gebet spricht, betet. Merke dir bat/gebeten, bot/geboten und betete/gebetet.

Probiere es aus

Du möchtest, dass eine Kollegin dir die Datei schickt. Wähle bitte, biete oder bete: Ich ___ dich, mir die Datei zu schicken.

Antwort anzeigen

bitte

Du bittest die mit dich angesprochene Person um eine Handlung. Bei biete müsste etwas angeboten werden; bete würde ein Gebet statt dieser Bitte am Arbeitsplatz beschreiben.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

Drucken oder drücken: Dokument und Taste unterscheiden

Drucken bedeutet, Text oder Bilder in gedruckter Form herzustellen. Drücken bedeutet, Druck auszuüben, etwa zu schieben oder zu pressen. Der Umlaut verändert Laut und Bedeutung. Du drückst die Taste, um ein Dokument zu drucken: Zusammengehörige Handlungen bleiben verschiedene Verben.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
druckenText oder Bilder ausgebenDrucker und DruckarbeitenNicht trennbar; Akkusativobjekt.
drückenDruck ausübenTasten, Türen und enge SchuheNicht trennbar; Akkusativ oder auf + Akkusativ.

drucken

Bedeutung und Verwendung: Drucken bezeichnet die Herstellung von Schrift oder Bildern auf Papier und anderen Druckflächen. Es passt zum Bürodrucker und zum professionellen Druck. Ein Dokument oder Bild ist das Objekt; eine Wendung ergänzt, wie oder worauf gedruckt wird. Bei bekanntem Zusammenhang muss das Objekt nicht genannt werden. Ein Formular auszudrucken ist etwas anderes als eine Taste zum Starten zu drücken.

Grammatik: Regelmäßig, nicht trennbar: druckt, druckte, hat gedruckt. Akkusativobjekt; in Farbe oder auf Papier beschreibt das Druckergebnis.

Bitte drucke das Formular auf beiden Seiten.

Englische Übersetzung: Please print the form on both sides.

Der Kopierer druckt heute sehr langsam.

Englische Übersetzung: The copier is printing very slowly today.

drücken

Bedeutung und Verwendung: Drücken bedeutet, Druck auszuüben: auf eine Taste, einen Griff oder die Hand einer Person. Es hat auch übertragene und reflexive Verwendungen, etwa das Vermeiden einer Pflicht. Dadurch wird es nicht zum Druckverb. Auf einer Tür steht drücken im Gegensatz zu ziehen. Beachte den Gegenstand und die Situation.

Grammatik: Regelmäßig, nicht trennbar: drückt, drückte, hat gedrückt. Einen Knopf drücken: Akkusativ; auf einen Knopf drücken: auf + Akkusativ. Sich vor etwas drücken: Reflexivpronomen im Akkusativ, vor + Dativ.

Drücke den grünen Knopf neben dem Bildschirm.

Englische Übersetzung: Press the green button beside the screen.

Der neue Schuh drückt am linken Fuß.

Englische Übersetzung: The new shoe pinches my left foot.

Überschneidungen und Kontext

Beim Bedienen eines Druckers kommen beide Handlungen vor: erst die Taste drücken, dann die Seite drucken. Auch die Aussprache unterscheidet sich: u und ü sind verschiedene Vokale. Der Umlaut ist kein freiwilliger Zusatz.

Häufige Fehler

  • Er druckt den Knopf würde einen Knopf als gedrucktes Objekt beschreiben. Für den Tastendruck brauchst du drückt.
  • U statt ü ist keine neutrale Vereinfachung. Falls der Umlaut nicht verfügbar ist, lautet der Ersatz ue: druecken.
  • Bei drücken muss nicht jemand bewusst schieben: Ein enger Schuh drückt durch unangenehmen Druck.

Merkhilfe: Zwei Schritte: die Taste drücken, die Seite drucken. Der Umlaut gehört zur Druckausübung.

Probiere es aus

Ergänze: Ich möchte die Rechnung ___. Dazu ___ ich diese Taste.

Antwort anzeigen

drucken; drücke

Die Rechnung wird gedruckt, die Taste gedrückt. Bei ich lautet die Gegenwartsform drücke.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

Schicken oder schenken? Einen Gegenstand senden oder verschenken

Schicken bedeutet, jemanden oder etwas an einen Ort zu senden. Schenken bedeutet, etwas als Geschenk zu geben. Bei einem Paket können beide Handlungen zusammenkommen: schenken erklärt den Grund, schicken den Weg zum Empfänger. Die ähnlichen Wörter beschreiben verschiedene Teile der Handlung. Beide haben häufig einen Empfänger im Dativ und eine Sache im Akkusativ.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
schickensendenNachrichten, Pakete, Personenjemandem etwas schicken; hat geschickt
schenkenals Geschenk gebenGeburtstage, Geschenke, Aufmerksamkeitjemandem etwas schenken; hat geschenkt

schicken

Bedeutung und Verwendung: Schicken passt beim Senden von Nachrichten oder Paketen und beim Schicken einer Person an einen Ort. Das Senden sagt nicht, ob sich der Eigentümer ändert, ob es ein Geschenk ist oder ob Geld bezahlt wird. Auch ein Anhang zur Prüfung wird geschickt, ohne ein Geschenk zu sein.

Grammatik: Regelmäßig und ohne Präfix: schickt, schickte, hat geschickt. In jemandem etwas schicken steht der Empfänger im Dativ und die Sache im Akkusativ. Statt eines Empfängers kann auch eine passende Präpositionalgruppe das Ziel nennen.

Ich schicke dir die Rechnung heute Abend.

Heute Abend sende ich dir die Rechnung.

Die Ärztin schickt ihn ins Krankenhaus.

Die Ärztin veranlasst, dass er ins Krankenhaus geht.

schenken

Bedeutung und Verwendung: Schenken bezeichnet die kostenlose Übergabe als Geschenk. Das Geschenk kann persönlich, per Post oder digital übergeben werden. Das Verb gehört auch zu festen Verbindungen wie jemandem Aufmerksamkeit schenken.

Grammatik: Regelmäßig und ohne Präfix: schenkt, schenkte, hat geschenkt. Meist steht der Empfänger im Dativ, das Geschenk im Akkusativ. Die Wendung sich etwas schenken kann bedeuten, auf etwas zu verzichten, statt sich tatsächlich etwas zu schenken.

Zum Geburtstag schenke ich meiner Schwester ein Buch.

Meine Schwester bekommt zum Geburtstag ein Buch von mir.

Er schenkt der kleinen Ausstellung viel Aufmerksamkeit.

Er beachtet die kleine Ausstellung sehr aufmerksam.

Überschneidungen und Kontext

Ich schenke dir ein Buch kündigt ein Geschenk an. Ich schicke dir ein Buch kündigt eine Sendung an; das Buch kann geliehen, zurückgegeben oder gekauft sein. Bei einem Geburtstagsgeschenk per Post sind beide Aussagen möglich. Wähle nach dem Teil der Situation, den du mitteilen möchtest.

Häufige Fehler

  • Verwende schenken nicht für jedes verschickte Dokument. Eine Rechnung wird normalerweise gesendet und nicht verschenkt.
  • Trenne die Kasus: ich schenke meinem Freund einen Schal.
  • Geschickt kann Partizip von schicken oder ein Adjektiv für gewandt sein. Der Kontext entscheidet.

Merkhilfe: Schicken bringt etwas ans Ziel; schenken macht es zu einem Geschenk.

Probiere es aus

Ein Kollege möchte eine Tabelle per E-Mail. Ergänze: Ich ___ dir die Datei gleich.

Antwort anzeigen

schicke

Es geht um das Übermitteln der Datei. Ein Geschenk wurde nicht genannt; schenken würde eine zusätzliche Bedeutung einführen.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

Fühlen, füllen und führen: Empfinden, Inhalt oder Leitung?

Fühlen bedeutet empfinden oder wahrnehmen, füllen etwas mit Inhalt versehen und führen leiten oder den Weg zeigen. Fühlen und füllen unterscheiden sich neben der Schreibung durch die Vokallänge; führen hat statt des l einen r-Laut. Lerne jeweils einen ganzen Satz: Ich fühle mich gut, ich fülle das Glas und ich führe die Gruppe nennen verschiedene Handlungen.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
fühlenempfinden; wahrnehmenEmpfindungen und Gefühlszustandfühlte; hat gefühlt; sich fühlen
füllenmit Inhalt versehenBehälter, Räume und Inhaltefüllte; hat gefüllt; mit + Dativ
führenleiten; den Weg zeigenMenschen, Organisationen und Ergebnisseführte; hat geführt; zu + Dativ

fühlen

Bedeutung und Verwendung: Fühlen passt zu einer wahrgenommenen Empfindung oder einem erlebten Zustand. Du kannst Wärme fühlen oder mit sich fühlen Müdigkeit beschreiben. Das Wort bedeutet nicht, etwas in einen Behälter zu geben.

Grammatik: Schwaches Verb: fühlte, hat gefühlt. Etwas fühlen hat ein Akkusativobjekt. In Ich fühle mich müde ist mich ein reflexiver Akkusativ; das Adjektiv hat keine Endung. Mich in diesem Muster der Zustandsbeschreibung nicht weglassen.

Ich fühle mich nach dem Spaziergang besser.

Nach dem Spaziergang geht es mir besser.

Ich fühle die Wärme der Sonne.

Ich nehme die Wärme der Sonne wahr.

füllen

Bedeutung und Verwendung: Füllen bezeichnet das Einbringen von etwas in einen Behälter oder das Einnehmen eines Raumes. Der Behälter muss nicht ganz voll werden: halb füllen nennt eine Teilmenge. Sich füllen beschreibt, dass ein Behälter oder Raum zunehmend gefüllt wird.

Grammatik: Schwaches Verb: füllte, hat gefüllt. Der Behälter steht im Akkusativ; mit + Dativ nennt den Inhalt. Alternativ steht der Inhalt im Akkusativ mit einem Ziel in + Akkusativ: Wasser in die Flasche füllen.

Ich fülle die Flasche mit Wasser.

Ich gebe Wasser in die Flasche.

Der Saal füllt sich langsam.

Nach und nach kommen mehr Menschen in den Saal.

führen

Bedeutung und Verwendung: Führen bezeichnet das Begleiten auf einem Weg oder das Leiten einer Organisation. Zu etwas führen kann statt körperlicher Führung eine Folge ausdrücken. Das Verb steht auch in festen Wendungen wie ein Gespräch führen.

Grammatik: Schwaches Verb: führte, hat geführt. Eine geführte Person oder ein geleitetes Unternehmen steht im Akkusativ. Für ein Ziel dient die passende Präposition; zu + Dativ kann ein Ziel oder eine Folge nennen.

Die Mitarbeiterin führt uns zum Ausgang.

Die Mitarbeiterin zeigt uns den Weg zum Ausgang.

Das Missverständnis führte zu einer Verzögerung.

Wegen des Missverständnisses kam es zu einer Verzögerung.

Überschneidungen und Kontext

Die Wörter ähneln sich in Laut und Schrift, sind aber keine austauschbaren Synonyme. Ein Adjektiv nach sich fühlen beschreibt das Subjekt; mit nach füllen nennt häufig den Inhalt; zu nach führen kann einen Endpunkt bestimmen. Diese Muster helfen beim Hören. Die Aussprache variiert je nach Sprecher, besonders beim r. Nutze zuverlässige Tonaufnahmen statt allein englische Lautumschreibungen.

Häufige Fehler

  • Ich fühle mich wohl, nicht Ich fülle mich wohl.
  • Das doppelte l in füllen und das h in fühlen beibehalten.
  • Führen nicht auf das körperliche Zeigen eines Weges beschränken.

Merkhilfe: Verbinde jedes Verb mit einem Bild: ein fühlendes Gesicht, eine Flasche beim Füllen und eine Person, die eine Gruppe führt. Das Bild unterscheidet die Bedeutung, der ganze Satz lehrt die Grammatik.

Probiere es aus

Ergänze das Verb für das Hineingeben von Wasser: Ich ___ das Glas mit Wasser.

Antwort anzeigen

fülle

Das Glas ist der Behälter, mit Wasser nennt den Inhalt. Fühle beträfe Empfinden, führe Leitung oder Wegbegleitung.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

Liegen oder lügen: Position oder Unwahrheit?

Liegen bezeichnet eine liegende Position oder einen Ort. Lügen heißt absichtlich etwas Unwahres sagen. Im Englischen steht für beides lie; im Deutschen sind es unterschiedliche Verben mit eigenen Vokalen und Vergangenheitsformen: lag und gelegen gegenüber log und gelogen.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
liegenliegend sein; sich an einem Ort befindenRuheposition und Lage von Dingenunregelmäßig: lag, hat gelegen; regional ist gelegen
lügenabsichtlich die Unwahrheit sagenbewusst falsche Aussagenstark: log, hat gelogen; meist ohne direktes Objekt

liegen

Bedeutung und Verwendung: Liegen beschreibt meist eine bestehende Position, nicht das Hinlegen. Menschen liegen auf Sofas, Schlüssel in Schubladen. Ein Dorf kann an einem Fluss liegen, ohne körperlich horizontal zu sein. Es liegt an bezeichnet in anderer Konstruktion eine Ursache.

Grammatik: Nicht trennbar, unregelmäßig: liegt, lag, hat gelegen; süddeutsch, österreichisch und schweizerisch auch ist gelegen. Im Positionssinn kein direktes Objekt. Ortsangabe mit Wechselpräposition: Dativ, etwa auf dem Sofa. Die Positionsänderung heißt sich legen.

Nach der langen Fahrt liege ich eine Weile auf dem Sofa.

Nach der Fahrt ruhe ich eine Zeit lang liegend auf dem Sofa.

Die Ersatzschlüssel liegen in der oberen Schublade.

Die zusätzlichen Schlüssel befinden sich in der obersten Schublade.

lügen

Bedeutung und Verwendung: Lügen setzt eine absichtliche Unwahrheit voraus. Wer versehentlich ein falsches Datum nennt, lügt nicht notwendigerweise. Das Verb kann allein stehen oder das Thema nennen. Für eine belogene Person wird oft das andere Verb anlügen verwendet.

Grammatik: Stark, nicht trennbar: lügt, log, hat gelogen. Meist kein direktes Objekt: Er lügt. Über + Akkusativ nennt das Thema. Ein dass-Satz oder eine zitierte Aussage kann den falschen Inhalt nennen. Das Partizip heißt nicht geliegen.

Er hat über sein Alter gelogen.

Er hat absichtlich ein falsches Alter angegeben.

Ich möchte ehrlich antworten und nicht lügen.

Ich will wahrheitsgemäß antworten und nichts erfinden.

Überschneidungen und Kontext

Die Alltagsbedeutungen überschneiden sich nicht. Ähnliche Schreibung und Aussprache sowie die englische Übersetzung verbinden die Wörter. Lies den ganzen Satz: Eine Lage gehört zu liegen, eine bewusst falsche Behauptung zu lügen. Ie und ü unterscheiden die Verben auch bei ähnlichem Satzbau.

Häufige Fehler

  • Auf dem Bett: Ich liege, nicht Ich lüge.
  • Unehrlichkeit: Er lügt, nicht Er liegt.
  • Gelegen und gelogen gehören zu unterschiedlichen Verben. Regionales ist gelegen ist eine etablierte Form von liegen.

Merkhilfe: Liegen beschreibt eine Lage; lügen bringt falsche Informationen in Worte.

Probiere es aus

Welche Form passt? Die Unterlagen haben gestern noch auf meinem Tisch ___.

Antwort anzeigen

gelegen

Der Satz nennt den Ort der Unterlagen und verlangt das Partizip von liegen.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

Fordern oder fördern: verlangen, herausfordern oder unterstützen?

Fordern bedeutet, etwas zu verlangen oder jemanden durch erforderliche Anstrengung herauszufordern. Fördern bedeutet, eine Entwicklung zu unterstützen. Eine Lehrkraft kann Lernende fordern und fördern: anspruchsvolle Aufgaben stellen und Hilfe geben. Der Umlaut verändert die Bedeutung; er ist kein frei wählbares Schreibdetail.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
fordernverlangen; Anstrengung abverlangeneine Forderung; eine anspruchsvolle Aufgabeetwas von jemandem fordern; jemanden fordern
fördernunterstützen; voranbringenFähigkeiten, Lernende oder Projektejemanden/etwas fördern

fordern

Bedeutung und Verwendung: Fordern drückt eine nachdrückliche Forderung statt einer gewöhnlichen neutralen Bitte aus. Beschäftigte können eine Gehaltserhöhung fordern, ein Kunde eine Erklärung. Mit einer Person als Objekt kann es bedeuten, Anforderungen an ihre Fähigkeiten zu stellen. Diese herausfordernde Bedeutung muss nicht negativ sein: Eine passende Schwierigkeit kann hilfreich sein.

Grammatik: Nicht trennbar; fordert–forderte–hat gefordert. Die Forderung oder herausgeforderte Person steht im Akkusativ. Etwas von jemandem fordern mit von + Dativ. Ein dass-Satz kann die verlangte Handlung nennen.

Die neue Aufgabe fordert die Teilnehmer, ohne sie zu überfordern.

Die neue Aufgabe verlangt den Teilnehmern Anstrengung ab, ohne zu viel zu verlangen.

fördern

Bedeutung und Verwendung: Fördern kann eine Person, Fähigkeit, ein Projekt oder eine Entwicklung unterstützen. Die Unterstützung kann finanziell, pädagogisch oder praktisch sein. Es bedeutet nicht einfach, jemanden zu loben. Technisch bedeutet fördern auch, Rohstoffe zu gewinnen oder Material zu transportieren, etwa bei Erdöl oder einem Förderband.

Grammatik: Nicht trennbar; fördert–förderte–hat gefördert. Unterstützte Person, Projekt oder Entwicklung als Akkusativobjekt. Mit + Dativ kann das Mittel der Unterstützung nennen.

Die Schule fördert die Sprachkenntnisse mit zusätzlichen Gesprächsrunden.

Die Schule hilft mit zusätzlichen Gesprächsrunden beim Ausbau der Sprachkenntnisse.

Überschneidungen und Kontext

Beide Verben können dieselben Lernenden betreffen, bezeichnen aber verschiedene Beiträge. Die Aufgabe fordert mich verlangt Anstrengung; die Lehrerin fördert mich unterstützt meine Entwicklung. „Fordern ist schlecht, fördern ist gut“ ist irreführend. Eine berechtigte Forderung kann angemessen, Unterstützung wirkungslos sein. Kein Verb garantiert Erfolg. Technisches fördern zeigt ebenfalls, warum der Kontext zählt: Öl fördern bedeutet Öl gewinnen, nicht dessen Verbesserung unterstützen.

Häufige Fehler

  • Für eine verlangte Rückzahlung heißt es eine Rückzahlung fordern, nicht fördern.
  • Fordern verlangt nicht immer von. Einen Schüler fordern verwendet die Person direkt.
  • Das ö in fördern beibehalten; ohne Umlaut steht ein anderes Wort.

Merkhilfe: Fordern verlangt Anstrengung oder ein Ergebnis. Fördern bringt die Entwicklung voran. Diese Hilfe gilt für die Unterstützungsbedeutung; technische Bedeutungen lernt man gesondert.

Probiere es aus

Eine Stiftung finanziert ein Forschungsprojekt. Was passt: fordert oder fördert?

Antwort anzeigen

fördert

Finanzielle Unterstützung ist eine typische Verwendung von fördern. Fordert bezeichnet eine Forderung oder Herausforderung.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

klingen und klingeln: Bedeutung, Grammatik und Beispiele

Klingen beschreibt einen Klang oder dessen Wirkung: Die Musik klingt ruhig; Das klingt interessant. Klingeln bezeichnet das Läuten eines Telefons oder einer Klingel beziehungsweise das Betätigen einer Klingel. Beides kann dieselbe Schallquelle betreffen. Klingen betont häufig Klangqualität oder Eindruck, klingeln das Klingelereignis oder die auslösende Handlung.

Auf einen Blick
WortGrundbedeutungTypischer KontextGrammatik
klingeneinen Klang erzeugen; sich anhörenKlangcharakter oder EindruckStark: klingt, klang, hat geklungen; kein trennbares Präfix. Gewöhnlich ohne Objekt; Adjektiv, wie-Gruppe oder nach mit Dativ beschreibt Ähnlichkeit oder Eindruck.
klingelnläuten; eine Klingel betätigenTelefon, Wecker, TürklingelSchwach: klingelt, klingelte, hat geklingelt; kein trennbares Präfix. Gewöhnlich ohne Objekt; an mit Dativ nennt den Ort, bei mit Dativ die Person, deren Klingel betätigt wird.

klingen

Bedeutung und Verwendung: Stimmen, Instrumente, Gläser und Glocken können klingen. Ein Adjektiv beschreibt den Klang. Das klingt vernünftig bewertet auch eine Idee; es ist ein Eindruck, kein Beweis ihrer Richtigkeit. Lerne die Adjektivverbindung, statt ein Objekt für das Gehörte zu erwarten.

Grammatik: Stark: klingt, klang, hat geklungen; kein trennbares Präfix. Gewöhnlich ohne Objekt; Adjektiv, wie-Gruppe oder nach mit Dativ beschreibt Ähnlichkeit oder Eindruck.

Deine Stimme klingt heute heiser.

Deine Stimme hört sich heute heiser an.

Der Vorschlag klingt nach einer guten Lösung.

Der Vorschlag wirkt wie eine gute Lösung.

klingeln

Bedeutung und Verwendung: Klingeln beschreibt das erkennbare Läuten von Telefonen oder Weckern. Menschen klingeln an der Haustür oder mit der Fahrradklingel. An der Tür klingeln bedeutet nicht, dass die Tür selbst klingt. Redewendungen für plötzliches Verstehen sind eine andere Bedeutung.

Grammatik: Schwach: klingelt, klingelte, hat geklingelt; kein trennbares Präfix. Gewöhnlich ohne Objekt; an mit Dativ nennt den Ort, bei mit Dativ die Person, deren Klingel betätigt wird.

Mein Handy klingelt während des Unterrichts.

Mein Handy gibt während des Unterrichts einen Klingelton von sich.

Klingel bitte bei Frau Weber.

Bitte betätige die Türklingel bei Frau Weber.

Überschneidungen und Kontext

Eine Glocke kann klingen und klingeln. Die Glocke klingt hell beschreibt ihren Klang; Die Klingel klingelt beschreibt das Läuten. Klingen ist nicht auf Musik und Sprache beschränkt, und Das klingt gut passt auch zu einem Plan.

Häufige Fehler

  • Für einen guten Eindruck heißt es Das klingt gut, nicht Das klingelt gut.
  • Klang und geklungen gehören zu klingen; klingelte und geklingelt zu klingeln.
  • Das Telefon klingelt ist ohne Akkusativobjekt vollständig.

Merkhilfe: Klingen fragt nach dem Eindruck. Klingeln erinnert an ein läutendes Telefon oder einen Finger auf der Klingel.

Probiere es aus

Ergänze: Dein Plan ___ gut. Lass uns anfangen.

Antwort anzeigen

klingt

Klingen mit Adjektiv bewertet hier den Eindruck eines Plans.

Quellen zu Bedeutung und Verwendung

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