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Bedeutung, Satzmuster und Beispiele
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| bitten | ersuchen; eine Bitte äußern | Ein Gefallen, Hilfe oder Erlaubnis | bat; hat gebeten |
| bieten | anbieten; bereitstellen | Möglichkeit, Unterstützung oder Gebot | bot; hat geboten |
| beten | ein Gebet sprechen | Religiöses Gebet oder Anliegen | betete; hat gebetet |
bitten
Bedeutung und Verwendung: Bitten drückt eine Bitte aus. Es ist genauer als eine Frage zu stellen: Fragen zielt auf Informationen, bitten darauf, dass jemand etwas gibt oder tut. Bitten kann auch eine höfliche Einladung oder Anweisung einleiten.
Grammatik: Starkes Verb: bittet, bat, hat gebeten. Die angesprochene Person steht im Akkusativ: jemanden bitten. Um mit Akkusativ nennt das Anliegen. Ein zu-Infinitiv kann die erbetene Handlung angeben.
Ich bitte die Kollegin um Hilfe.
Ich ersuche die Kollegin, mir zu helfen.
Er bat mich, die Tür zu schließen.
Er wollte, dass ich die Tür zumache, und bat mich darum.
bieten
Bedeutung und Verwendung: Bieten passt, wenn jemand etwas bereitstellt oder eine Möglichkeit eröffnet. Ein Kurs kann Übung bieten, eine Person Unterstützung. Bei einer Auktion bedeutet bieten außerdem, ein Gebot abzugeben; das ist eine andere Situation als eine Bitte um Hilfe.
Grammatik: Starkes Verb: bietet, bot, hat geboten. Ein häufiges Muster lautet jemandem etwas bieten: empfangende Person im Dativ, angebotene Sache im Akkusativ. Auf mit Akkusativ kann einen Auktionsgegenstand nennen.
Der Kurs bietet den Teilnehmenden viel Übung.
Im Kurs haben die Teilnehmenden viele Möglichkeiten zu üben.
Sie bot hundert Euro für das Fahrrad.
Für das Fahrrad machte sie ein Angebot von hundert Euro.
beten
Bedeutung und Verwendung: Beten bezeichnet ein Gebet, leise oder laut. Es kann das Beten für eine andere Person, ein Anliegen im Gebet oder das Sprechen eines bestimmten Gebets bezeichnen. Für eine alltägliche Bitte an eine Kollegin ist es nicht das übliche Verb.
Grammatik: Schwaches Verb: betet, betete, hat gebetet. Für und um verlangen den Akkusativ; zu verlangt beim Adressaten des Gebets den Dativ. Ein benanntes Gebet kann als Akkusativobjekt stehen.
Die Gemeinde betet für den Frieden.
Die Gemeinde spricht Gebete für Frieden.
Sie hat am Abend gebetet.
Am Abend hat sie ein Gebet gesprochen.
Überschneidungen und Kontext
Ein Gebet kann eine Bitte enthalten. In religiösem Kontext können bitten und beten deshalb verwandte Handlungen bezeichnen. Ihre gewöhnlichen Funktionen bleiben unterschiedlich: Bitten beschreibt das Ersuchen, beten rahmt die Handlung als Gebet. Bieten kehrt die Richtung des Austauschs um: Das Subjekt macht ein Angebot. In Nachrichten sind besonders die Partizipien gebeten und geboten nützliche Hinweise.
Häufige Fehler
- Das gewöhnliche Partizip von bieten lautet geboten, nicht gebietet.
- Bei bitten steht die gebetene Person im Akkusativ, bei bieten die empfangende Person im Dativ.
- Schreibe für eine gewöhnliche Bitte nicht Ich bete dich um Hilfe.
Merkhilfe: Wer etwas erbittet, bittet; wer etwas anbietet, bietet; wer ein Gebet spricht, betet. Merke dir bat/gebeten, bot/geboten und betete/gebetet.
Probiere es aus
Du möchtest, dass eine Kollegin dir die Datei schickt. Wähle bitte, biete oder bete: Ich ___ dich, mir die Datei zu schicken.
Antwort anzeigen
bitte
Du bittest die mit dich angesprochene Person um eine Handlung. Bei biete müsste etwas angeboten werden; bete würde ein Gebet statt dieser Bitte am Arbeitsplatz beschreiben.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Häufige Fragen
Steht bitten mit Dativ oder Akkusativ?
Die gebetene Person steht im Akkusativ: Ich bitte dich um Hilfe. Auch nach um steht Akkusativ, etwa in um einen Rat. Vergleiche bieten: Ich biete dir meine Hilfe. Bei bitten heißt es hier dich, bei bieten dir. Eine weitere Präposition kann einen eigenen Kasus verlangen, etwa zu im Ausdruck jemanden zum Essen bitten.
Heißt es gebeten oder gebittet?
Das Partizip II von bitten lautet gebeten: Mara hat den Nachbarn um Hilfe gebeten. Die Stammformen sind bitten, bat, hat gebeten. Die Form gebittet gehört nicht zu diesem standardsprachlichen Muster. Bieten hat dagegen geboten, beten hat gebetet. Die verschiedenen Formen helfen, die ähnlich klingenden Verben auseinanderzuhalten.
