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Lernniveau: A1–B1
Machen oder tun: Handlungen richtig ausdrücken
Machen bedeutet oft herstellen, ausführen oder etwas bewirken. Tun bezeichnet Handeln und kommt in vielen festen Wendungen vor. Mit beiden Verben kannst du nach einer Tätigkeit fragen. Lerne das Verb zusammen mit seinen Begleitwörtern: Die englische Unterscheidung make/do passt nicht zuverlässig auf Deutsch.
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| machen | herstellen; ausführen; bewirken | Alltagstätigkeiten und Ergebnisse | Nicht trennbar: macht, machte, hat gemacht. |
| tun | handeln; etwas erledigen | Handlungen und feste Wendungen | Nicht trennbar: tut, tat, hat getan. |
machen
Bedeutung und Verwendung: Machen ist ein vielseitiges Alltagsverb. Du kannst damit etwas herstellen, eine Tätigkeit ausführen oder einen Zustand verursachen: Essen machen, eine Übung machen, jemanden nervös machen. Diese Verbindungen zeigen bereits, dass machen nicht immer dem englischen make entspricht. Ganze Wendungen helfen mehr als die Einteilung in körperliche und abstrakte Handlungen.
Grammatik: Regelmäßig, nicht trennbar: macht, machte, hat gemacht. Meist Akkusativobjekt. Jemanden nervös machen verbindet eine Person im Akkusativ mit einem Adjektiv.
Heute mache ich eine Gemüsepfanne.
Englische Übersetzung: Today I am making a vegetable stir-fry.
Was machst du nach dem Kurs?
Englische Übersetzung: What are you doing after the course?
tun
Bedeutung und Verwendung: Tun bezeichnet Handeln oder Verhalten, ohne unbedingt ein hergestelltes Ergebnis zu nennen. Was kann ich tun? fragt nach einer möglichen Handlung. Besonders nützlich sind jemandem einen Gefallen tun und etwas dagegen tun. Auch beim Platzieren von Dingen kommt tun vor; dabei unterscheiden sich Register und regionale Häufigkeit. Beginne mit neutralen Wendungen, statt jedes machen zu ersetzen.
Grammatik: Unregelmäßig, nicht trennbar: tut, tat, hat getan. Etwas tun: Akkusativ. Jemandem einen Gefallen tun ergänzt einen Empfänger im Dativ.
Kannst du mir einen kleinen Gefallen tun?
Englische Übersetzung: Can you do me a small favor?
Wir müssen etwas gegen den Lärm tun.
Englische Übersetzung: We need to do something about the noise.
Überschneidungen und Kontext
Was machst du? und Was tust du? können beide nach einer Tätigkeit fragen. Wendung, Ton und Situation beeinflussen die Wahl. Machen ist nicht grundsätzlich konkret und tun nicht grundsätzlich abstrakt: Beide kommen in konkreten und abstrakten Zusammenhängen vor.
Häufige Fehler
- Meine Hausaufgaben machen ist die übliche Verbindung. Wähle nicht automatisch tun, nur weil im Englischen do steht.
- Lerne einen Fehler machen und jemandem einen Gefallen tun als Einheiten. Vertauschte Verben können unnatürlich klingen.
- Tut in Es tut mir leid ist eine Form von tun in einer festen Wendung.
Merkhilfe: Merke dir kleine Wortpaare: Einen Fehler macht man, einen Gefallen tut man.
Probiere es aus
Ergänze: Kannst du mir einen Gefallen ___? Machen oder tun?
Antwort anzeigen
tun
Einen Gefallen tun ist die feste Wendung. Mir nennt den Empfänger im Dativ.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Die Wortverbindung hilft mehr als eine Übersetzung
Am Abend macht Nora die Kursaufgaben. Anschließend tut sie ihrer Nachbarin einen Gefallen und trägt ein Paket nach oben. Beide Sätze beschreiben Tätigkeiten. Trotzdem sind die Verben in diesen Verbindungen nicht beliebig austauschbar.
Merke dir solche Ausdrücke zusammen mit ihrem Nomen. Eine Regel wie „machen bedeutet herstellen, tun bedeutet handeln“ reicht nicht aus: Mit machen erledigen wir auch Aufgaben und mit tun können wir Wirkungen beschreiben. Eine direkte Gleichsetzung mit englisch make und do führt ebenfalls zu Fehlern.
- Mit machen: eine Pause machen, einen Fehler machen, einen Vorschlag machen.
- Mit tun: jemandem einen Gefallen tun, etwas Gutes tun, seine Pflicht tun.
- Als ganze Wendung: „Es tut mir leid“ drückt Bedauern aus; die Wörter werden nicht einzeln durch machen ersetzt.
Was machst du? und Was tust du? können beide passen
„Was machst du nach dem Kurs?“ und „Was tust du nach dem Kurs?“ fragen beide nach einer Tätigkeit. Im konkreten Gespräch entscheidet auch die Gewohnheit der sprechenden Person. Es gibt hier keine feste Grenze „machen ist richtig, tun ist falsch“.
Anders ist es bei einer bestimmten Verbindung: „Ich mache die Hausaufgaben“ ist die übliche Form. Wenn du eine genaue Tätigkeit meinst, kann ein genaueres Verb noch hilfreicher sein: „Ich fülle den Antrag aus“ erklärt mehr als „Ich mache den Antrag“. In einer Übung mit einer offenen Tätigkeitsfrage können deshalb mehrere Antworten sinnvoll sein.
Achte darauf, wer etwas bekommt und wer sich verändert
In „Du tust mir einen Gefallen“ steht die begünstigte Person im Dativ. Die Frage lautet: Wem tust du einen Gefallen? In „Die vielen Nachfragen machen mich nervös“ steht dagegen ein Akkusativ; das Adjektiv beschreibt die Wirkung auf die Person.
Auch machen kann mit einem Dativ vorkommen: „Die Nachricht macht meinem Bruder Freude.“ Der Kasus ergibt sich also aus dem ganzen Satzmuster. Lerne nicht pauschal „machen = Akkusativ, tun = Dativ“.
| Muster | Neuer Beispielsatz |
|---|---|
| jemandem einen Gefallen tun | Kannst du unserer Kollegin einen Gefallen tun? |
| jemanden + Adjektiv + machen | Das Warten macht unseren Kollegen unruhig. |
Die Formen: gemacht oder getan?
| Verb | ich / du im Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| machen | ich mache / du machst | ich machte | ich habe gemacht |
| tun | ich tue / du tust | ich tat | ich habe getan |
Für eine Bitte kannst du sagen: „Mach bitte eine kurze Pause“ oder „Tu mir bitte einen Gefallen und prüfe die Hausnummer.“ Bei tun ist auch die Form tue möglich. Der Infinitiv heißt tun, die Form nach ich in der Standardsprache gewöhnlich tue.
Prüfe bei einem eigenen Satz zuerst die Wendung, dann die Verbform und zuletzt die Ergänzungen. So wird aus einer gelernten Wortliste eine verwendbare Antwort.
Übungen: Entscheide, forme um und begründe
Löse zuerst die Aufgabe. Öffne danach die Erklärung. Wo mehrere Formulierungen passen, nennt die Lösung ausdrücklich die möglichen Varianten.
Ergänze die übliche Verbindung: Nach zwei Stunden ___ wir eine Pause.
Lösung und Erklärung
machen
Eine Pause machen ist die übliche Verbindung. Es geht hier nicht um eine allgemeine Frage nach irgendeiner Tätigkeit.
Ergänze das Pronomen: Kannst du ___ einen Gefallen tun? Du möchtest selbst die Hilfe bekommen. (mich / mir)
Lösung und Erklärung
mir
Die Person, der geholfen wird, steht in dieser Verbindung im Dativ.
Wähle: Die unklare Nachricht macht ___ nervös. (mich / mir)
Lösung und Erklärung
mich
Jemanden nervös machen hat hier eine Person im Akkusativ.
Bilde das Perfekt: Wir machen einen Vorschlag.
Lösung und Erklärung
Wir haben einen Vorschlag gemacht.
Machen ist regelmäßig; das Partizip II lautet gemacht.
Bilde das Perfekt: Sie tut etwas Gutes für den Verein.
Lösung und Erklärung
Sie hat etwas Gutes für den Verein getan.
Das Partizip II von tun lautet getan, nicht getut.
Welche Variante ist für eine offene Tätigkeitsfrage möglich: Was machst du heute? / Was tust du heute?
Lösung und Erklärung
Beide Varianten sind möglich.
Beide können allgemein nach einer Tätigkeit fragen. Kontext und übliche Wortverbindungen bestimmen die weitere Auswahl.
Korrigiere die feste Verbindung: Das macht mir leid.
Lösung und Erklärung
Das tut mir leid.
Bedauern drückst du mit der Wendung es tut jemandem leid aus.
Du meinst ausdrücklich das Eintragen von Angaben. Formuliere genauer: Ich mache das Formular.
Lösung und Erklärung
Ich fülle das Formular aus.
Das genaue Verb beseitigt die Unklarheit: Du erstellst das Formular nicht, sondern trägst Angaben ein.
Häufige Fragen
Ist tun immer umgangssprachlich?
Nein. Wendungen wie etwas Gutes tun oder seine Pflicht tun gehören zur Standardsprache. Entscheidend ist die jeweilige Verbindung und Verwendung, nicht ein pauschales Verbot von tun.
Heißt es einen Gefallen tun oder machen?
Die übliche Verbindung lautet jemandem einen Gefallen tun. Die begünstigte Person steht im Dativ: Du tust mir einen Gefallen.
Kann ich machen und tun wie make und do übersetzen?
Eine feste Zuordnung funktioniert nicht. Lerne deutsche Verbindungen wie Hausaufgaben machen und einen Gefallen tun als ganze Einheiten.
Heißt es einen Gefallen tun oder einen Gefallen machen?
Die übliche Verbindung lautet jemandem einen Gefallen tun. Zum Beispiel: Kannst du mir einen Gefallen tun und das Fenster schließen? Mir bezeichnet die Person im Dativ; einen Gefallen steht im Akkusativ. Lerne diesen Ausdruck mit tun, auch wenn machen und tun in anderen Sätzen ähnliche Handlungen bezeichnen.
Sind machen und tun so verschieden wie englisch make und do?
Die englische Unterscheidung lässt sich nicht zuverlässig übertragen. Was machst du gerade? und Was tust du gerade? können beide nach einer Tätigkeit fragen. Bei festen Verbindungen lernst du das ganze Muster: einen Fehler machen, aber jemandem einen Gefallen tun. Das Begleitwort hilft dir bei der Wahl.
