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Bedeutung, Satzmuster und Beispiele
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| holen | holen; beschaffen | einen Gegenstand oder eine Person abholen | meist Akkusativobjekt |
| bringen | zu einem Ziel bewegen | Überbringen an einen Ort | Akkusativobjekt; Empfänger im Dativ möglich |
| mitbringen | bei der Ankunft dabeihaben | ein Besuch; zum Unterricht kommen | trennbar: bringt … mit |
| tragen | körperlich tragen; anhaben | körperliches Halten; Kleidung | trägt–trug–hat getragen |
holen
Bedeutung und Verwendung: Holen umfasst das Abholen von einem anderen Ort und das Bringen zur betreffenden Person oder Stelle. Häufig geht man zum bisherigen Ort des Gegenstands; ein langer Hin- und Rückweg ist nicht erforderlich. Man kann auch einen Arzt holen: ärztliche Hilfe herbeiholen.
Grammatik: Nicht trennbar; holt–holte–hat geholt. Jemanden/etwas holen; jemandem etwas holen nennt den Begünstigten im Dativ. Sich etwas holen verwendet ein Dativreflexivpronomen.
Ich hole die Jacke aus dem Schlafzimmer.
Ich gehe ins Schlafzimmer und hole dort die Jacke.
bringen
Bedeutung und Verwendung: Bringen betont, dass eine Person oder Sache ein Ziel erreicht. Anders als das englische bring kann bringen auch die Bewegung von einem bisherigen Ort weg bezeichnen. Aus der englischen Übersetzung lässt sich keine feste Richtung zur sprechenden Person ableiten.
Grammatik: Nicht trennbar; bringt–brachte–hat gebracht. Jemandem etwas bringen; jemanden/etwas an einen Ort bringen. Ortspräpositionen folgen ihren eigenen Kasusregeln.
Kannst du die Unterlagen ins Büro bringen?
Kannst du dafür sorgen, dass die Unterlagen ins Büro gelangen?
mitbringen
Bedeutung und Verwendung: Mitbringen betont, dass man eine Person oder Sache bei der Ankunft dabeihat. Es passt zu Besuchen, Unterrichtsmaterial und Einkäufen, die nach Hause gelangen. Übertragen kann jemand Qualifikationen mitbringen: sie für eine Aufgabe besitzen.
Grammatik: Trennbar: bringt mit–brachte mit–hat mitgebracht. Person oder Sache im Akkusativ; Empfänger im Dativ optional. Infinitiv mit zu: mitzubringen.
Bitte bring morgen dein Wörterbuch mit.
Bitte habe morgen dein Wörterbuch dabei.
tragen
Bedeutung und Verwendung: Tragen betont das körperliche Halten oder Stützen beim Bewegen einer Person oder Sache. Es bedeutet außerdem, Kleidung anzuhaben oder einen Namen beziehungsweise Verantwortung zu tragen. Das Verb nennt nicht von sich aus den Empfänger oder das Abholen.
Grammatik: Nicht trennbar; trägt–trug–hat getragen. In diesen Bedeutungen meist ein Akkusativobjekt.
Er trägt die schwere Tasche bis zur Haltestelle.
Er hält die schwere Tasche beim Gehen bis zur Haltestelle.
Überschneidungen und Kontext
Du kannst eine Kiste aus dem Lager holen, sie nach unten tragen und einem Kollegen bringen. Wenn du ohnehin zum Kollegen kommst, kannst du die Kiste mitbringen. Manchmal passen holen und bringen zu derselben Bitte; holen betont das Abholen, bringen das Überbringen.
Häufige Fehler
- Tragen ist nicht das allgemeine Verb für das Bringen an ein Ziel; ein Paket kann ohne Tragen mit der Hand dorthin gelangen.
- Nicht im Präsens: Ich bringe mein Buch mitgebracht. Richtig: Ich bringe mein Buch mit.
- Bringen ist im Deutschen nicht auf die Richtung zur sprechenden Person beschränkt.
Merkhilfe: Beschaffen → holen. Überbringen → bringen. Bei der Ankunft dabeihaben → mitbringen. Körperlich tragen oder anhaben → tragen.
Probiere es aus
Jemand besucht dich zu Hause. Bitte um Brot für den Besuch: Kannst du Brot ___?
Antwort anzeigen
mitbringen
Mitbringen passt zu einer Sache, die bei einem ohnehin geplanten Besuch dabeigebracht wird.
