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Bedeutung, Satzmuster und Beispiele
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| hören | wahrnehmen; hören | Geräusche, Musik, Personen | Akkusativ möglich; hat gehört |
| zuhören | aufmerksam hören | Personen, Gespräche, Geräusche | Dativ; trennbar; hat zugehört |
| anhören | etwas bewusst hören; einen Klangeindruck erzeugen | Nachrichten, Aufnahmen, Klangeindrücke | Trennbar; sich etwas anhören; hat angehört |
| überhören | nicht hören; bewusst ignorieren | Signale, Bemerkungen | Hier nicht trennbar; hat überhört |
hören
Bedeutung und Verwendung: Das ist das allgemeinste Verb. Ein Geräusch kann dein Ohr erreichen, oder du entscheidest dich für eine Tätigkeit wie Musikhören. Deshalb bedeutet hören nicht automatisch unbewusstes oder zufälliges Wahrnehmen.
Grammatik: Die gehörte Sache oder Person steht häufig im Akkusativ. Hören hat kein trennbares Präfix und bildet das Perfekt mit haben: ich habe gehört.
Ich höre draußen einen Hund bellen.
Draußen nehme ich das Bellen eines Hundes wahr.
Beim Kochen höre ich Musik.
Während ich koche, läuft Musik, die ich höre.
zuhören
Bedeutung und Verwendung: Verwende das Verb, wenn Aufmerksamkeit wichtig ist. Man kann einer Person, einem Gespräch oder Vogelgesang zuhören. Entscheidend ist die Aufmerksamkeit, nicht eine Regel, nach der nur Menschen als Ergänzung möglich wären.
Grammatik: Die genannte Quelle steht im Dativ: der Lehrerin zuhören. Das Präfix wird getrennt: ich höre zu. Perfekt: hat zugehört.
Bitte hör der Kollegin erst zu, bevor du antwortest.
Lass die Kollegin erst ausreden und höre aufmerksam hin, ehe du antwortest.
anhören
Bedeutung und Verwendung: Für ein bestimmtes Hörstück ist sich etwas anhören eine häufige Konstruktion. Das Verb beschreibt auch einen Klangeindruck: sich gut anhören. Dabei handelt es sich um unterschiedliche reflexive Satzmuster.
Grammatik: Beim Hören eines Inhalts: ich höre mir im Dativ eine Nachricht im Akkusativ an. Beim Klangeindruck: das hört sich gut an, mit sich im Akkusativ. Perfekt: hat angehört.
Ich höre mir die Sprachnachricht noch einmal an.
Ich spiele die Sprachnachricht erneut ab und höre zu.
überhören
Bedeutung und Verwendung: Durch Ablenkung kannst du ein Geräusch verpassen. Du kannst eine unerwünschte Bemerkung auch hören, aber absichtlich nicht darauf eingehen. Beide Bedeutungen entsprechen nicht einfach dem englischen overhear.
Grammatik: In dieser Bedeutung ist über- nicht trennbar: ich überhöre das Klingeln; ich habe es überhört. Ein selteneres gleich geschriebenes, trennbares Verb bedeutet, etwas nach wiederholtem Hören nicht mehr hören zu mögen.
Mit den Kopfhörern habe ich die Türklingel überhört.
Wegen der Kopfhörer habe ich das Klingeln an der Tür nicht bemerkt.
Überschneidungen und Kontext
Musik hören und sich Musik anhören können dieselbe Tätigkeit beschreiben. Anhören stellt häufiger einen bestimmten Inhalt in den Vordergrund; hören ist allgemeiner. Aus dem Verb allein lässt sich nicht zuverlässig schließen, dass die ganze Aufnahme gehört wurde.
Häufige Fehler
- Es heißt ich höre dir zu, nicht ich höre dich zu.
- Übersetze overhear a conversation nicht automatisch mit überhören. Das deutsche Verb bezeichnet normalerweise das Nichtwahrnehmen oder Ignorieren.
Merkhilfe: Ein Geräusch wahrnehmen, aufmerksam hören, einen Inhalt anhören, ein Signal verpassen.
Probiere es aus
Ergänze das richtige Pronomen: Ich höre ___ zu. Gemeint ist du, informell und im Singular.
Antwort anzeigen
dir
Zuhören verlangt für die Quelle den Dativ; deshalb heißt das Pronomen dir.
Quellen zu Bedeutung und Verwendung
Häufige Fragen
Stehen hören und zuhören mit demselben Kasus?
Beim direkten Objekt von hören steht Akkusativ: Ich höre den Sprecher gut. Zuhören steht mit Dativ: Ich höre dem Sprecher aufmerksam zu. Im ersten Satz geht es darum, seine Stimme wahrzunehmen; im zweiten darum, seiner Rede zu folgen. Andere Ergänzungen von hören können eigene Präpositionen haben, etwa von jemandem hören.
Was ist der Unterschied zwischen anhören und zuhören?
Mit anhören kannst du eine bestimmte Aufnahme oder Schilderung zum Gegenstand machen: Ich höre mir die Nachricht an. Die Nachricht steht im Akkusativ, mir im Dativ. Mit zuhören richtest du die Aufmerksamkeit auf jemanden oder etwas: Ich höre meiner Kollegin zu. Beide können bewusstes Hören ausdrücken; entscheidend ist auch die Konstruktion.
