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Bedeutung, Satzmuster und Beispiele
| Wort | Grundbedeutung | Typischer Kontext | Grammatik |
|---|---|---|---|
| ganz | ganz; vollständig; ziemlich; sehr | Ganze Dinge und unterschiedliche Grade | Vor Nomen mit Endung; als Gradwort unverändert |
| völlig | vollständig; völlig | Vollständige Zustände ohne Einschränkung | Adjektiv mit Endung; Gradwort unverändert |
ganz
Bedeutung und Verwendung: Ganz kann ein vollständiges Ganzes wie einen Tag nennen. Als Gradwort bedeutet es manchmal vollständig, während ganz gut oft recht gut meint. Andere Verbindungen wie ganz begeistert sind stark positiv. Du kannst nicht jeder Verwendung dieselbe Intensität zuordnen.
Grammatik: Vor Nomen mit Endung: der ganze Tag, eine ganze Woche. Vor einem Adjektiv oder bei einem Verb unverändert: ganz leer; etwas ganz verstehen. Artikellose Ortsnamen können unverändertes ganz haben: ganz Europa.
Ich habe den ganzen Nachmittag gelesen.
Den gesamten Nachmittag habe ich mit Lesen verbracht.
Der Film war ganz gut.
Der Film war recht gut.
Die Flasche ist ganz leer.
In der Flasche ist nichts mehr.
völlig
Bedeutung und Verwendung: Völlig passt, wenn ein Zustand vollständig oder ohne die gemeinte Einschränkung besteht. Es modifiziert oft Adjektive, ist aber auch selbst ein Adjektiv. Als allgemeiner Ersatz für ganz im Sinne eines vollständigen Gegenstands oder Zeitraums eignet es sich nicht.
Grammatik: Vor Nomen sind Endungen möglich: völlige Ruhe, ein völliges Durcheinander. Vor einem anderen Adjektiv oder bei einem Verb bleibt es unverändert: völlig leer; etwas völlig verstehen.
Nach dem Gespräch war die Sache völlig klar.
Nach dem Gespräch gab es keine Unklarheit mehr.
Im Raum herrschte völlige Ruhe.
Es war ganz ruhig im Raum.
Überschneidungen und Kontext
Ganz leer und völlig leer können beide völlige Leere bezeichnen. Der ganze Tag meint den gesamten Tag; der völlige Tag ist keine gewöhnliche Alternative. Ganz gut kann mäßiges Lob sein, obwohl Betonung und Gesprächskontext es verstärken können. Völlig gut ist nicht die übliche stärkere Form dieses Kompliments.
Häufige Fehler
- Ganz bedeutet nicht immer vollständig.
- Völlig ist nicht nur ein Adverb: völlige Ruhe ist eine gewöhnliche Adjektivverwendung.
- Vor Adjektiven bleibt ganz unverändert; beim direkten Begleiten eines Nomens bekommt es eine Endung.
Merkhilfe: Ganz kann ein Ganzes oder ziemlich meinen; völlig macht die Vollständigkeit deutlich.
Probiere es aus
Was passt für den gesamten Tag: Ich habe den ganzen oder völligen Tag gewartet?
Antwort anzeigen
den ganzen Tag
Die Formulierung nennt die gesamte Dauer. Völlig bezeichnet meist einen vollständigen Zustand statt diesen Zeitraum.
