Bei: die angesprochene Organisation
„Ich bewerbe mich bei einer Firma.“ Bei verlangt hier den Dativ: bei der Firma, bei einem Verlag, bei ihr. Die Ergänzung nennt die Organisation, an die sich die Bewerbung richtet. Sie sagt allein noch nicht, welche konkrete Position angestrebt wird.
Das Reflexivpronomen gehört zum Muster: ich bewerbe mich, du bewirbst dich, sie bewirbt sich. Das Perfekt lautet hat sich beworben. Eine Form wie ich bewerbe bei der Firma lässt in dieser Bedeutung den erforderlichen reflexiven Teil des Grundmusters aus.
| Frage | Muster | Eigener Satz |
|---|---|---|
| Bei wem? | bei + Dativ | Sie bewirbt sich bei einem Verlag. |
| Worum? | um + Akkusativ | Sie bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz. |
| Beide zusammen | bei ... um ... | Sie bewirbt sich bei dem Verlag um einen Ausbildungsplatz. |
Einzelne Beiträge, Transkript und Audiodateien
Ich bewerbe mich bei dieser Firma. Ich bewerbe mich um diese Stelle.
Audiodatei öffnen 1
Um: die angestrebte Stelle oder Chance
„Sie bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz.“ Das Ziel steht nach um im Akkusativ. Auch andere Ziele wie ein Stipendium oder ein Studienplatz können so genannt werden. Die Organisation kann zusätzlich mit bei ergänzt werden.
Für eine Stelle ist auch auf belegt. Es wäre daher zu streng, sich auf eine Stelle bewerben grundsätzlich als falsch zurückzuweisen. Die Aufgaben hier verlangen ausdrücklich das um-Muster, wenn eine eindeutige Lücke gesucht ist. Die Variante wird anerkannt, ohne dass jedes Ziel ungeprüft dieselbe Präposition erhalten muss.
Mit Reflexivpronomen den richtigen Sinn bilden
A: „Bei wem bewirbst du dich?“ B: „Bei einem Verlag.“ A: „Und worum?“ B: „Um einen Ausbildungsplatz.“ Die Antworten könnten in einem vollständigen Satz verbunden werden.
Ohne Reflexivpronomen kann bewerben auch Werbung für etwas machen bedeuten: „Die Firma bewirbt ihren Kurs.“ Das ist eine andere Handlung. Ein Kurs ist hier das beworbene Produkt, nicht automatisch die Stelle, um die sich jemand bemüht. Kontrolliere beim Lesen daher Subjekt, Reflexivpronomen und Ergänzungen gemeinsam. So bleibt der Bewerbungssinn von der Werbebedeutung getrennt.
Die Wortwahl im Zusammenhang üben
Löse die sechs Aufgaben vor dem Öffnen der Erklärung. Beachte die ausdrücklich genannte Bedeutung und Form. Offene Erklärungen sind Modellantworten; sinngleiche Formulierungen sind ebenfalls möglich.
Die Organisation ist gemeint. Ergänze bei oder um: Ich bewerbe mich ___ einem Verlag.
Antwort und Erklärung anzeigen
bei
Die Organisation folgt hier mit Dativ nach bei.
A: „Worum bewirbst du dich?“ B: „___ einen Ausbildungsplatz.“ Verwende das in der Lektion geübte Zielmuster.
Antwort und Erklärung anzeigen
Um
Die Aufgabe verlangt das Zielmuster um mit Akkusativ.
Ergänze das Reflexivpronomen: Sie bewirbt ___ bei einer Firma.
Antwort und Erklärung anzeigen
sich
Die Bewerbungsbedeutung wird hier reflexiv verwendet.
Verbinde beide Informationen im Präsens: ich / mich bewerben / ein Verlag (Organisation) / ein Ausbildungsplatz (Ziel); verwende bei und um.
Antwort und Erklärung anzeigen
Ich bewerbe mich bei einem Verlag um einen Ausbildungsplatz.
Bei und um können gemeinsam verschiedene Rollen ausdrücken.
Warum ist „sich auf eine Stelle bewerben ist immer falsch“ zu streng?
Antwort und Erklärung anzeigen
Auf eine Stelle ist als Variante belegt. Eine eindeutige Übung muss das verlangte Muster genauer benennen.
Die Antwort erkennt eine echte Variante an.
Was ändert sich zwischen „Die Firma bewirbt den Kurs“ und „Sie bewirbt sich bei der Firma um eine Stelle“?
Antwort und Erklärung anzeigen
Der erste Satz beschreibt Werbung für ein Produkt. Der zweite beschreibt eine Person, die eine Stelle anstrebt.
Reflexivität und Ergänzungen unterscheiden die Handlungen.
Häufige Fragen
Kann bei und um im selben Bewerbungssatz stehen?
Ja: Ich bewerbe mich bei einem Verlag um einen Ausbildungsplatz.
Ist auf eine Stelle bewerben falsch?
Nein. Sich auf eine Stelle bewerben ist ebenfalls belegt. Das hier geübte um-Muster ist eine weitere Möglichkeit.
