Die gemeinte Bedeutung erkennen
Ein Schulzeugnis kann Leistungen bewerten, häufig in Noten. Ein Arbeitszeugnis beurteilt eine beschäftigte Person im beruflichen Zusammenhang. Zeugnis hat außerdem weitere Bedeutungen, etwa etwas als Zeugnis einer früheren Zeit. Nicht jeder Gebrauch nennt deshalb eine Schulnote oder überhaupt ein Blatt Papier.
Zertifikat kann einen Nachweis über eine abgelegte Prüfung bezeichnen. Eine Urkunde bestätigt oder beglaubigt im gemeinten Dokumentensinn einen Sachverhalt. Die Bezeichnungen können sich überschneiden; ein Prüfungsdokument lässt sich unter unterschiedlichen Gesichtspunkten beschreiben. Welche Bezeichnung eine Stelle tatsächlich verwendet, steht in ihren konkreten Unterlagen.
| Wort | Gemeinter Schwerpunkt |
|---|---|
| Zeugnis | Etwa Leistungs- oder Arbeitsbeurteilung; weitere Bedeutungen |
| Zertifikat | Etwa Nachweis über eine abgelegte Prüfung |
| Urkunde | Bestätigendes oder beglaubigendes Dokument |
Die Wörter im vollständigen Satz verwenden
Die Formen lauten das Zeugnis – die Zeugnisse, das Zertifikat – die Zertifikate und die Urkunde – die Urkunden. Bei Zeugnisse wird im Plural das s verdoppelt. Verbindungen wie ein Zeugnis vorlegen, ein Zertifikat erwerben und eine Urkunde ausstellen zeigen unterschiedliche Handlungen. Ausstellen tut die ausgebende Stelle; vorlegen kann die Person, die den Nachweis erhalten hat. Vertausche diese Beteiligten beim eigenen Satz nicht.
Die Schule stellt das Zeugnis aus.
Die ausgebende Stelle ist Subjekt.
Ich lege das Zertifikat vor.
Die Person reicht den erhaltenen Nachweis ein.
Überschneidung und Grenzen beachten
Keines der Wörter beweist allein, dass ein Dokument überall anerkannt ist oder eine bestimmte Berechtigung vermittelt. Ebenso wäre die Regel „Zertifikate haben nie Noten“ zu absolut. Lies, welche Leistung oder Prüfung ausdrücklich genannt wird. Die verschiedenen Nomen sind keine sichere Qualitätsleiter vom einfachen Papier bis zum wertvollsten Nachweis. Dieser Vergleich erklärt die Wortwahl und stellt weder eine Anerkennungsprüfung noch eine Rechtsauskunft zu echten Unterlagen dar.
Ein erfundener Austausch zum Anwenden
A: „Was steht in deinen Unterlagen?“ B: „Ein Zeugnis mit den Bewertungen und ein Zertifikat über die Prüfung.“ A: „Sollst du beides vorlegen?“ B: „Das muss ich in der Anforderung nachlesen.“
Die Szene ist erfunden. Beschreibe anschließend ein erfundenes Dokument in einem vollständigen Satz: Wer stellt es aus, und was bestätigt es? Ergänze den vorgesehenen Empfänger nur, wenn du ihn kennst. Diese Angaben sind für die Bedeutung hilfreicher als die Annahme, ein bestimmtes Wort garantiere bereits die gewünschte Verwendung.
Sechs Aufgaben mit erklärten Antworten
Lies die Situation und das Schreibziel. Eine Modellantwort zeigt eine mögliche Formulierung; andere gleichbedeutende Antworten sind bei offenen Aufgaben ebenfalls möglich.
Gemeint ist ausdrücklich die Schulbeurteilung mit Noten. Welches Grundwort passt?
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Zeugnis
Ein Schulzeugnis kann diese Bewertung enthalten.
A: „Wie viele Unterlagen?“ B: „Zwei ___.“ Verwende Zeugnis.
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Zeugnisse
Der Plural hat -nisse.
Warum beweist das Wort Zertifikat allein keine Anerkennung bei jeder Stelle?
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Die konkrete Stelle und ihre Anforderungen müssen zusätzlich geprüft werden.
Die Wortbedeutung gibt keine allgemeine Anerkennungsgarantie.
Nenne den Artikel von Urkunde.
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die
Urkunde ist feminin.
Sind Zertifikate mit Bewertung grundsätzlich sprachlich ausgeschlossen?
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Nein.
Eine starre Regel ohne Noten folgt aus dem Wort nicht.
Wer stellt in „Die Schule stellt die Urkunde aus“ das Dokument aus?
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Die Schule.
Sie ist das Subjekt und die ausgebende Stelle.
Häufige Fragen
Sind Zeugnis und Urkunde immer Gegensätze?
Nein. Ein Dokument kann unter verschiedenen Gesichtspunkten beschrieben werden.
Wie lautet der Plural von Zertifikat?
Die Zertifikate.
