Die gemeinte Bedeutung erkennen
Bei Ich traue ihr oder Ich vertraue ihr geht es im gewöhnlichen Sinn darum, der Person oder ihren Aussagen Glauben zu schenken beziehungsweise sich auf sie zu verlassen. Beide Muster haben die Person im Dativ. Eine starre Regel, vertrauen müsse immer ein stärkeres Gefühl als trauen ausdrücken, ist für diese Sätze nicht nötig.
Bei Ich traue mich, nachzufragen steht dagegen das eigene Wagen im Mittelpunkt. Zutrauen verbindet eine Person mit dem, was man bei ihr für möglich hält: Ich traue dir die Reparatur zu. Das kann eine positive Fähigkeit betreffen, aber auch etwas Negatives. Zutrauen ist deshalb nicht in jedem Satz ein Kompliment.
| Wort | Gemeinter Schwerpunkt |
|---|---|
| jemandem trauen/vertrauen | Sich auf die Person oder ihre Aussagen verlassen |
| sich trauen | Etwas wagen |
| jemandem etwas zutrauen | Etwas bei einer Person für möglich halten |
Einzelne Beiträge, Transkript und Audiodateien
Ich traue dir. Ich vertraue dir. Ich traue mich, nachzufragen. Ich traue dir die Aufgabe zu.
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Die Wörter im vollständigen Satz verwenden
Vergleiche Ich traue ihm, Ich traue mich und Ich traue ihm die Aufgabe zu. Die erste Verbindung hat einen Dativ, die zweite im gewöhnlichen Muster ein Akkusativreflexivpronomen und die dritte Dativ plus Akkusativobjekt. Beim reflexiven trauen kommt selten oder regional auch Dativ vor; die übliche Lernform hier ist mich. Zutrauen ist trennbar: sie traut es dir zu; das Partizip lautet zugetraut. Vertrauen bleibt ungetrennt: hat vertraut.
Ich vertraue meiner Kollegin.
Die Person steht im Dativ.
Ich traue mir diese Aufgabe zu.
Mir ist Dativ; diese Aufgabe ist das Akkusativobjekt.
Überschneidung und Grenzen beachten
Die kleine Silbe zu und das Reflexivpronomen dürfen beim Umschreiben nicht verloren gehen. Ich vertraue dir behauptet nicht dasselbe wie Ich traue mich. Ebenso kann jemand dir eine Aufgabe zutrauen, ohne bereits einen ausgeführten Erfolg zu behaupten. Trauen hat zusätzlich einen anderen Sinn im Zusammenhang mit einer Eheschließung. Ein Paar wird getraut bedeutet nicht, dass das Paar einer bestimmten Aussage glaubt. Der Kontext trennt diese Verwendungen.
Ein erfundener Austausch zum Anwenden
A: „Traust du dir die Präsentation zu?“ B: „Fachlich ja, aber ich traue mich noch nicht, frei zu sprechen.“ A: „Ich vertraue dir. Wir können den Einstieg gemeinsam üben.“
Die Szene ist erfunden und keine psychologische Bewertung einer wirklichen Person. Schreibe danach drei Sätze: einen über Vertrauen, einen über eigenes Wagen und einen über eine zugeschriebene Aufgabe. Nenne in jedem Satz die Beteiligten. So wird die unterschiedliche Rolle von mir, mich und einer zusätzlichen Sache sichtbar.
Sechs Aufgaben mit erklärten Antworten
Lies die Situation und das Schreibziel. Eine Modellantwort zeigt eine mögliche Formulierung; andere gleichbedeutende Antworten sind bei offenen Aufgaben ebenfalls möglich.
Nutze ausdrücklich das gewöhnliche Akkusativmuster des eigenen Wagens: Ich traue ___, eine Frage zu stellen.
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mich
Sich trauen wird hier im vorgegebenen Akkusativmuster verwendet.
A: „Traust du mir die Aufgabe zu?“ B: „Ja, ich traue sie ___ zu.“ Ergänze das Pronomen für die angesprochene Person.
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dir
Die Person, der etwas zugetraut wird, steht im Dativ.
Erkläre den Bedeutungswechsel von Ich traue dir zu Ich traue mich.
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Im ersten Satz geht es um Vertrauen zum Gegenüber, im zweiten um eigenes Wagen.
Das Reflexivpronomen ändert das Satzmuster und die Bedeutung.
Ist zutrauen trennbar?
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Ja: Ich traue dir das zu.
Zu steht im einfachen Hauptsatz am Ende.
Ist etwas Negatives zutrauen grundsätzlich ausgeschlossen?
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Nein.
Auch eine negative Handlung kann für möglich gehalten werden.
Heißt Das Paar wird getraut in diesem Kontext, dass ihm geglaubt wird?
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Nein.
Trauen hat hier die andere Bedeutung einer Eheschließung.
Häufige Fragen
Welchen Fall hat die Person bei vertrauen?
Im Muster jemandem vertrauen steht sie im Dativ.
Beweist Ich traue dir die Aufgabe zu bereits einen ausgeführten Erfolg?
Nein. Es ist eine Einschätzung dessen, was die Person leisten könnte.
