Mir ist kalt: die empfindende Person im Dativ
„Mir ist kalt.“ Mir nennt die Person, die das Kältegefühl empfindet. Bei einer anderen Person lautet das Grundmuster dir ist kalt, ihr ist kalt oder uns ist kalt. Das Verb bleibt in dieser Konstruktion ist und richtet sich nicht nach der Zahl von uns.
Auch „Mir ist es kalt“ oder „Es ist mir kalt“ kann den Satz mit es aufbauen. Wenn der persönliche Dativ am Anfang steht, ist ein es jedoch nicht zwingend erforderlich. Die kurze Form mir ist kalt ist ein vollständiger Satz.
| Aussage | Eigener Satz | Hinweis |
|---|---|---|
| Persönliches Kältegefühl | Mir ist kalt. | Person im Dativ |
| Eigenschaft eines Körperteils | Meine Hände sind kalt. | Hände ist Subjekt im Plural |
| Temperatur der Umgebung | Draußen ist es kalt. | Nicht automatisch dieselbe Aussage wie mein Empfinden |
Einzelne Beiträge, Transkript und Audiodateien
Mir ist kalt. Meine Hände sind kalt.
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Ich bin kalt: ein anderer möglicher Blick
Ein Mensch kann im passenden Zusammenhang als kalt beschrieben werden, etwa als abweisend oder ohne Mitgefühl. Auch eine Aussage über körperlich empfundene Kälte an der Oberfläche kann mit einem entsprechenden Kontext verständlich sein. Die Form ich bin kalt ist deshalb nicht in jedem denkbaren Satz ungrammatisch.
Sie ist aber kein neutrales Ersatzmuster für ich friere. Ein Sprecher, der genau dieses persönliche Empfinden mitteilen möchte, wählt mir ist kalt. Die Unterscheidung betrifft Aussage und Konstruktion, nicht nur den Austausch zweier Pronomen.
Empfinden und Umgebung auseinanderhalten
A: „Ist dir kalt?“ B: „Ja, mir ist kalt.“ A: „Sind auch deine Hände kalt?“ B: „Ja, sie fühlen sich kalt an.“ Der Dialog trennt das persönliche Empfinden von der Eigenschaft der Hände.
„Draußen ist es kalt“ beschreibt eine Umgebung. Daraus folgt nicht, dass jeder Mensch dort gerade friert. Umgekehrt kann jemand in einer für andere angenehmen Umgebung mir ist kalt sagen. Prüfe bei einer Umformung deshalb, ob die empfindende Person, die Umgebung oder eine Eigenschaft im Mittelpunkt steht. Eine allzu pauschale Regel „kalt mit sein ist immer falsch“ würde sogar das richtige Grundmuster mir ist kalt verbieten.
Die Wortwahl im Zusammenhang üben
Löse die sechs Aufgaben vor dem Öffnen der Erklärung. Beachte die ausdrücklich genannte Bedeutung und Form. Offene Erklärungen sind Modellantworten; sinngleiche Formulierungen sind ebenfalls möglich.
Du möchtest neutral ausdrücken, dass du frierst. Wähle A: Mir ist kalt. B: Ich bin kalt.
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A: Mir ist kalt.
Die Aufgabe legt das persönliche Kältegefühl fest.
A: „Ist euch kalt?“ B: „Ja, ___ ist kalt.“ Ergänze uns oder wir.
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uns
Die empfindende Gruppe steht in diesem Muster im Dativ.
Ergänze ist oder sind: Uns ___ kalt.
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ist
Der Dativ uns steuert hier keine Pluralform des Verbs.
Sind Hände als Subjekt im Plural gemeint, ergänze die Verbform: Meine Hände ___ kalt.
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sind
Die Eigenschaft der Hände steht in einem anderen Satzbau mit pluralischem Subjekt.
Warum ist „Ich bin kalt ist in jedem denkbaren Kontext ungrammatisch“ zu streng?
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Die Form kann etwa eine abweisende Eigenschaft oder im passenden Zusammenhang körperliche Kälte beschreiben. Sie ist aber nicht das neutrale Grundmuster für ich friere.
Die Antwort soll eine mögliche andere Bedeutung anerkennen.
Warum beweist „Draußen ist es kalt“ allein nicht „Mir ist kalt“?
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Der erste Satz beschreibt die Umgebung. Der zweite beschreibt das persönliche Empfinden, das zwischen Personen unterschiedlich sein kann.
Eine sinngleiche Erklärung reicht.
Häufige Fragen
Warum mir und nicht ich in mir ist kalt?
Die empfindende Person steht in diesem Grundmuster im Dativ: mir, dir, ihr oder uns.
Muss es immer es ist mir kalt heißen?
Nein. Mir ist kalt ist ebenfalls ein vollständiger und klarer Satz.
