Die gemeinte Bedeutung erkennen
Kunde stellt die Beziehung zu einem Anbieter von Waren oder Dienstleistungen in den Vordergrund. Der Ausdruck kann bei einem Geschäft oder einer Firma verwendet werden. Daraus folgt nicht, dass die Bezahlung in dem beschriebenen Moment bereits abgeschlossen sein muss. Auch ein neuer Kunde ist nicht allein deshalb sprachlich unmöglich, weil er noch nie zuvor dort gekauft hat.
Gast kann die Person sein, die du zu Hause empfängst, aber auch jemand, der im Hotel gegen Bezahlung wohnt oder ein Lokal besucht. Besucher bezeichnet das Aufsuchen einer Person oder eines Ortes, etwa einer Ausstellung. Das Wort allein sagt nicht, ob die besuchende Person Eintritt bezahlt hat.
| Wort | Gemeinter Schwerpunkt |
|---|---|
| Kunde | Beziehung zum Anbieter einer Ware oder Dienstleistung |
| Gast | Eingeladene, bewirtete oder beherbergte Person |
| Besucher | Person, die jemanden oder einen Ort aufsucht |
Die Wörter im vollständigen Satz verwenden
Lerne die Formen: der Kunde – die Kunden, der Gast – die Gäste und der Besucher – die Besucher. Kunde wird im Singular außerhalb des Nominativs erweitert: Ich begrüße den Kunden; ich helfe dem Kunden. Bei Gast steht im Plural ein Umlaut. Feminine Formen sind etwa die Kundin und die Besucherin; auch Gästin ist möglich. Verwende in einem konkreten Satz die zu den genannten Personen passende Bezeichnung.
Der Hotelgast bezahlt sein Zimmer.
Gast bedeutet nicht automatisch unentgeltlicher Aufenthalt.
Ich spreche mit dem Kunden.
Kunde erhält im Dativ Singular -n.
Überschneidung und Grenzen beachten
Die einfache Aufteilung „Kunden zahlen, Gäste sind kostenlos da“ wäre falsch. Ein Hotelgast kann zugleich Kunde des Hotels sein. Eine Besucherin einer kostenpflichtigen Ausstellung kann als Besucherin und unter einem anderen Gesichtspunkt als Kundin beschrieben werden. Wähle nach dem Zweck der Aussage. Das Nomen allein legt weder einen Vertrag noch einen bestimmten Preis fest. Es ersetzt auch keine Angaben dazu, wie lange die Person anwesend bleibt.
Ein erfundener Austausch zum Anwenden
A: „Ist Noor heute unser Gast?“ B: „Ja, sie übernachtet im Hotel.“ A: „Und morgen besucht sie die Ausstellung?“ B: „Genau, dort ist sie eine Besucherin.“
Die Szene ist erfunden. Beschreibe anschließend eine Person, die in einem Laden einkauft und später privat eingeladen ist. Wechsle die Rollenbezeichnung mit dem Zusammenhang und behalte die Person bei. So lernst du, dass mehrere passende Wörter keinen Widerspruch bilden müssen. Frage bei Bedarf ausdrücklich, welcher Besuch oder welcher Anbieter gemeint ist.
Sechs Aufgaben mit erklärten Antworten
Lies die Situation und das Schreibziel. Eine Modellantwort zeigt eine mögliche Formulierung; andere gleichbedeutende Antworten sind bei offenen Aufgaben ebenfalls möglich.
Eine Person wohnt gegen Bezahlung im Hotel. Ist Gast trotzdem möglich?
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Ja.
Auch bezahlte Beherbergung gehört zur Gastbedeutung.
A: „Mit wem sprichst du?“ B: „Mit dem ___.“ Verwende Kunde.
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Kunden
Der Dativ Singular lautet dem Kunden.
Warum können Hotelgast und Kunde dieselbe Person meinen?
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Die Bezeichnungen betonen Aufenthalt und Anbieterbeziehung derselben Person.
Mehrere Rollen können zusammenfallen.
Bilde den Plural von Gast.
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Gäste
Der Plural hat ä und -e.
Beweist Besucher allein, dass kein Eintritt gezahlt wurde?
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Nein.
Die Bezeichnung nennt keine feste Zahlungsbedingung.
Bilde den Plural von der Besucher.
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die Besucher
Die Nomenform bleibt unverändert.
Häufige Fragen
Ist jeder Gast kostenlos eingeladen?
Nein. Auch Hotel- und Restaurantgäste können für Leistungen zahlen.
Warum heißt es den Kunden?
Kunde gehört hier zur schwachen Deklination; Akkusativ Singular erhält -n.
