Die gemeinte Bedeutung erkennen
Mit empfehlen kannst du etwa ein Buch oder eine Person als geeignet nennen. Eine Empfehlung kann außerdem eine Handlung betreffen. Die Aussage „empfehlen nur für Dinge“ wäre zu eng. Jemandem raten richtet den Blick auf einen Ratschlag. Du kannst zu etwas raten oder jemandem raten, etwas zu tun.
Vorschlagen kann einen Plan, eine Handlung oder eine als geeignet betrachtete Person einbringen. Ein Vorschlag muss nicht schon beschlossen sein. Auch eine Empfehlung garantiert nicht, dass das Gegenüber folgt. Verwechsle die sprachliche Handlung deshalb nicht mit einer verbindlichen Anordnung oder dem tatsächlichen Ergebnis der Entscheidung.
| Wort | Gemeinter Schwerpunkt |
|---|---|
| empfehlen | Als geeignet oder vorteilhaft darstellen |
| raten | Einen Ratschlag geben; auch andere Bedeutung erraten beachten |
| vorschlagen | Einen Plan oder eine Möglichkeit einbringen |
Einzelne Beiträge, Transkript und Audiodateien
Ich empfehle dir dieses Buch. Ich rate dir zu einer kurzen Pause. Ich schlage einen Spaziergang vor.
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Die Wörter im vollständigen Satz verwenden
Der Empfänger kann bei allen drei Verben im Dativ stehen: Ich empfehle dir das Buch; ich rate dir zur Pause; ich schlage dir einen Spaziergang vor. Bei vorschlagen ist vor im einfachen Hauptsatz abgetrennt. Empfehlen und raten ändern im Präsens den Stammvokal: sie empfiehlt, sie rät. Nach zu in zu einer Pause raten steht Dativ. Ein zu-Infinitiv lautet dagegen Ich rate dir, eine Pause zu machen.
Ich rate dir zu einer kurzen Pause.
Zu einer Pause steht im Dativ.
Sie schlägt einen Spaziergang vor.
Das trennbare vor steht hier am Satzende.
Überschneidung und Grenzen beachten
Raten hat auch die Bedeutung eine Antwort durch Überlegen oder Vermuten suchen: Rate, welches Wort fehlt. Dabei ist kein Ratschlag gemeint. Empfehlen kann ebenfalls in weiteren Verwendungen auftreten. Die Tabelle konzentriert sich auf Hilfe bei einer Auswahl und auf gemeinsame Planungen. Ein anderes Verb verlangt gegebenenfalls einen Satzumbau. „Ich schlage vor, wir gehen zu Fuß“ und „Ich rate dir, zu Fuß zu gehen“ setzen beispielsweise unterschiedliche Beteiligte in den Vordergrund.
Ein erfundener Austausch zum Anwenden
A: „Welches Buch empfiehlst du mir?“ B: „Dieses hier. Für den Anfang rate ich dir zu kurzen Abschnitten.“ A: „Und was machen wir danach?“ B: „Ich schlage vor, dass wir darüber sprechen.“
Der erfundene Austausch verbindet Gegenstand, Vorgehen und gemeinsamen Plan. Schreibe anschließend eine eigene Empfehlung mit einem konkreten Grund. Mache daraus einen Vorschlag für eine gemeinsame Handlung und prüfe, ob aus dir nun wir werden muss. So bewahrst du die gemeinte Beteiligung statt nur Wörter auszutauschen.
Sechs Aufgaben mit erklärten Antworten
Lies die Situation und das Schreibziel. Eine Modellantwort zeigt eine mögliche Formulierung; andere gleichbedeutende Antworten sind bei offenen Aufgaben ebenfalls möglich.
Du möchtest einen gemeinsamen Plan zur Diskussion stellen. Ergänze den Beginn mit vorschlagen: Ich ___ vor, dass wir lesen.
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schlage
Die erste Person Singular lautet schlage vor.
A: „Wozu rätst du mir?“ B: „Zu ___ Pause.“ Ergänze den unbestimmten Artikel.
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einer
Zu verlangt Dativ; Pause ist feminin.
Erkläre den Unterschied zwischen Rate das Wort und Ich rate dir zu diesem Wort.
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Im ersten Satz soll jemand eine Lösung vermuten; im zweiten wird ein Rat gegeben.
Raten hat verschiedene Bedeutungen.
Setze empfehlen in die dritte Person Singular Präsens.
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empfiehlt
Der Stammvokal wechselt.
Kann auch eine Handlung empfohlen werden?
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Ja.
Empfehlen ist nicht ausschließlich auf Gegenstände begrenzt.
Ist ein Vorschlag bereits ein sicher gefasster gemeinsamer Beschluss?
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Nein.
Das Einbringen eines Plans bedeutet nicht, dass er angenommen wurde.
Häufige Fragen
Ist raten immer einen Ratschlag geben?
Nein. Es kann auch heißen, eine Antwort durch Vermuten zu suchen.
Ist vorschlagen trennbar?
Ja: Ich schlage einen Plan vor; der Infinitiv mit zu lautet vorzuschlagen.
