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Den oder denn? Wortart, Aussprache und Satzbeispiele

Den mit einem n ist eine Artikel- oder Pronomenform: Ich suche den Schlüssel. Den meine ich. Denn mit zwei n kann einen Grund anschließen oder als Partikel in einer Frage stehen: Ich warte, denn es regnet. Wo bleibst du denn? Die standardsprachlichen Wörterbuchaussprachen unterscheiden sich: den hat einen langen, denn einen kurzen e-Laut.

Eine n-Regel nach Gehör allein ist beim schnellen Sprechen unsicher. Prüfe lieber, welche Aufgabe das Wort hat: Gehört es zu einer Person oder Sache, oder verbindet beziehungsweise begleitet es eine Aussage?

Dabei reicht die Merkhilfe „den vor einem Nomen, denn vor einem Satz“ nicht aus. Zwischen Artikel und Nomen können weitere Wörter stehen. Außerdem kann den selbstständig vorkommen. Die folgenden Kontexte zeigen dir die zuverlässigere Entscheidung.

Den als Artikel: Akkusativ und Dativ Plural

Bei einem maskulinen Nomen im Akkusativ wird der bestimmte Artikel zu den. Frage nach der ganzen Nominalgruppe, zum Beispiel: Wen oder was suche ich? Dabei können Adjektive zwischen den und dem Nomen stehen. Ein unmittelbar folgendes Nomen ist also keine Voraussetzung.

Den ist auch der bestimmte Artikel im Dativ Plural. Diese Verwendung wird leicht übersehen, wenn man nur den Mann lernt. Der Fall ergibt sich aus dem Verb, der Präposition und der Funktion im Satz. Es gibt deshalb keine Regel „den bedeutet immer Akkusativ“.

Sara sucht den blauen Ordner.

Den blauen Ordner steht im maskulinen Akkusativ Singular.

Ich lege den Schlüssel auf das Regal.

Den gehört zum Nomen Schlüssel und endet auf ein n.

Die Trainerin hilft den neuen Mitgliedern.

Helfen verlangt hier den Dativ; den ist der Artikel im Plural.

Den kann ein Nomen vertreten

Als hinweisendes Pronomen kann den ohne folgendes Nomen stehen. Worauf es verweist, ergibt sich aus der Situation oder dem vorherigen Satz. Diese Form kann stärker hervorheben, welche Person oder Sache gemeint ist.

Auch ein Relativsatz kann mit den beginnen. Das Pronomen verweist auf ein maskulines Nomen im Singular und hat im Relativsatz die Aufgabe eines Akkusativobjekts. Ein Komma vor dem Wort beweist also noch nicht, dass du denn schreiben musst.

Welchen Schal möchtest du? Den dort nehme ich.

Den vertritt den gemeinten Schal und zeigt auf ihn.

Das ist der Kurs, den meine Nachbarin empfohlen hat.

Den ist ein Relativpronomen: Die Nachbarin hat den Kurs empfohlen.

Denn verbindet einen Grund oder begleitet eine Frage

Als begründende Konjunktion verbindet denn einen Satz mit einer Erklärung. Nach denn bleibt in diesem Muster die Hauptsatzstellung erhalten. Das konjugierte Verb wird nicht wegen denn ans Satzende verschoben. Vor dem begründenden denn steht ein Komma.

Als Partikel in Fragen liefert denn dagegen keinen Grund. Es verknüpft die Frage mit dem Gespräch und kann etwa Interesse oder Überraschung ausdrücken. Die genaue Wirkung hängt auch von Ton und Situation ab. Denn macht eine Frage nicht automatisch höflich.

Die hier gezeigten Funktionen sind besonders nützlich für die Schreibentscheidung. Das Wörterbuch verzeichnet weitere, teils eingeschränkte Verwendungen. Übersetze oder ersetze deshalb nicht jedes denn mechanisch durch weil.

Funktion vor Buchstaben zählen
SchreibungTypischer KontextPrüffrage
denden Ordner; mit den KindernTeil einer Nominalgruppe?
denDen möchte ich.; der Kurs, den …Vertritt es eine Person oder Sache?
denn…, denn es regnet.Wird ein Grund angeschlossen?
dennWas machst du denn?Begleitet es die Frage als Partikel?

Wir bleiben im Gebäude, denn draußen hagelt es.

Draußen hagelt es erklärt die Entscheidung; hagelt bleibt an zweiter Satzgliedposition.

Hast du denn schon einen Termin vereinbart?

Denn begleitet eine Frage und verweist auf den Gesprächszusammenhang.

Warum steht denn dein Fahrrad im Flur?

Die Partikel kann hier Überraschung ausdrücken; sie ersetzt keinen Artikel.

Aussprache als zusätzliche Hilfe

Die Wörterbuchformen lauten den [deːn] und denn [dɛn]. Der erste Vokal ist lang, der zweite kurz und offener. In unbetonter, schneller Rede können Wörter weniger deutlich klingen. Nenne das Paar deshalb nicht einfach zwei gleich ausgesprochene Wörter.

Markiere beim Korrigieren zuerst die Wortgruppe oder die Satzverbindung. Bei den neuen Mitgliedern gehört den zur Nominalgruppe. Bei denn morgen beginnt der Kurs schließt denn einen Grund an. Erst danach kontrollierst du ein oder zwei n. So funktioniert die Probe auch ohne deutlich gesprochenes Vorbild.

Übe die Wortwahl

Setze den oder denn ein. Die beschriebenen Kontexte und die übrigen Satzteile bleiben unverändert.

  1. Ein Gegenstand wird gesucht: Wo hast du ___ roten Rucksack gelassen?

    • den
    • denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    den

    Den roten Rucksack ist eine maskuline Nominalgruppe im Akkusativ.

  2. Ein Grund wird angeschlossen: Ich rufe später an, ___ jetzt beginnt meine Besprechung.

    • den
    • denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    denn

    Die zweite Aussage begründet den späteren Anruf. Denn ist die Konjunktion.

  3. Die Lehrerin unterstützt mehrere Lernende: Sie hilft ___ Schülern bei der Anmeldung.

    • den
    • denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    den

    Helfen steht hier mit Dativ. Den ist der bestimmte Artikel im Dativ Plural.

  4. Jemand zeigt auf einen Stuhl: Welchen möchtest du? ___ am Fenster.

    • Den
    • Denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    Den

    Den vertritt den Stuhl. Großschreibung kommt hier durch den Beginn der Antwort hinzu.

  5. Eine überraschte Nachfrage: Wer hat ___ die ganze Torte gegessen?

    • den
    • denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    denn

    Denn ist eine Fragepartikel. Es gehört nicht als Artikel zu Torte; dort steht bereits die.

  6. Ein Relativsatz beschreibt einen Mann: Das ist der Nachbar, ___ ich gestern getroffen habe.

    • den
    • denn
    Antwort und Erklärung anzeigen

    den

    Den ist das Akkusativobjekt im Relativsatz: Ich habe den Nachbarn getroffen.

Häufige Fragen

Steht nach den immer sofort ein Nomen?

Nein. Ein Adjektiv kann dazwischenstehen: den grünen Mantel. Außerdem kann den als Pronomen vorkommen, etwa in Den nehme ich oder der Mantel, den ich suche.

Bedeutet denn immer weil?

Nein. Als Konjunktion kann denn einen Grund anschließen. In einer Frage wie Wo wohnst du denn? ist es eine Partikel. Die Frage verlangt damit keinen zusätzlichen weil-Satz.

Quellen

Quellen zuletzt geprüft:

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