Die Bezeichnung in drei Schritten lesen
| Frage | Beispiele | Information |
|---|---|---|
| Welches Getreide? | Weizen, Roggen, Dinkel | Die Getreideart |
| Welche Bestandteile des Korns? | Vollkorn | Eine Angabe zur Zusammensetzung, keine bloße Farbbeschreibung |
| Wie hergestellt oder angeboten? | Sauerteig; geschnitten | Teigführung beziehungsweise Verkaufsform; unabhängig von der Getreideart |
Zerlege zum Beispiel „Roggenvollkornbrot“ in „Roggen + Vollkorn + Brot“. Beginne bei langen Wörtern mit dem letzten Bestandteil: Es ist ein Brot. Die davorstehenden Wörter beschreiben es genauer. Diese Lesestrategie hilft auch bei vielen anderen deutschen Zusammensetzungen.
Vollkorn erkennt man nicht nur an der Farbe
Im Getreide-ABC des BZfE wird Vollkorn von anderen Mahlerzeugnissen unterschieden. Sichtbare Saaten sagen noch nicht, dass das Mehl aus dem ganzen Korn stammt. Auch eine dunkle Farbe reicht dafür nicht. Lies die Bezeichnung oder frage: „Ist das ein Vollkornbrot?“
Die Brot-Leitsätze vom März 2026 sehen bei Weizenbrot, Roggenbrot und Dinkelbrot mindestens 90 Prozent des genannten Brotgetreides vor; bei Vollkornbrot mindestens 90 Prozent Vollkorn. Gemeint ist der Getreideanteil, nicht das Gewicht des fertigen Brotes. Diese Regel lässt sich nicht auf jede Brot- oder Brötchenbezeichnung übertragen.
An der Theke musst du keine Prozentzahlen aufsagen. Entscheidend ist: „Dinkel“, „Vollkorn“ und „mit Sonnenblumenkernen“ beantworten unterschiedliche Fragen. Wenn die Zutaten für dich wichtig sind, verlasse dich nicht allein auf Farbe, rustikale Form oder einen Namen wie „Fitnessbrot“.
Was verraten deutsche Brotnamen?
Roggenbrot, Weizenbrot und Dinkelbrot nennen das Getreide. Vollkorn beschreibt die Getreidebestandteile, Sauerteig die Teigführung. Diese Angaben können zusammenpassen: Ein Brot kann aus Roggenvollkorn und mit Sauerteig hergestellt sein. Hilfreicher als eine lange Liste ist deshalb die Frage, welche Information in welchem Teil des Namens steckt.
Übung: Was steht wirklich auf dem Schild?
Auf einem Schild steht „Dinkelbrot mit Sonnenblumenkernen“. Welche Aussagen sind durch den Namen gedeckt: Dinkel wird verwendet, das Brot ist sicher Vollkorn, Sonnenblumenkerne sind enthalten? Formuliere dann eine Rückfrage.
Antwort anzeigen
Der Name nennt Dinkel und Sonnenblumenkerne. Vollkorn lässt sich daraus nicht ableiten. Frage: „Ist das Dinkelbrot ein Vollkornbrot?“
Zwei Beispiele zum Anwenden
Diese zusätzlichen Beispiele und Aufgaben wurden für diese Lektion geschrieben.
Ist das Dinkelbrot ein Vollkornbrot? – Nein, das hier ist kein Vollkornbrot.
Dinkel und Vollkorn beantworten unterschiedliche Fragen. Dinkelbrot ist nicht automatisch Dinkelvollkornbrot.
Ich suche ein Roggenvollkornbrot. Ist dieses Brot mit Sauerteig gemacht?
Roggen, Vollkorn und Sauerteig können zusammen ein Brot beschreiben. Die zweite Frage klärt die Zubereitung.
Prüfe die Situation
Ein Brot ist dunkel und hat Sonnenblumenkerne. Ist es damit sicher ein Vollkornbrot?
Lösung anzeigen
Nein. Farbe und sichtbare Kerne belegen keine Vollkornzusammensetzung. Frage: Ist das ein Vollkornbrot?
Beziehen sich die genannten 90-Prozent-Angaben auf das Gewicht des fertigen Brotes?
Lösung anzeigen
Nein. Bezugsgröße sind die Getreideerzeugnisse. Die Angaben gelten für die genannten Kategorien, nicht pauschal für jeden Brötchennamen.
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